A key for Santa

Ich habe einen Schlüssel für den Weihnachtsmann gebastelt und den heute bei etsy verkauft:

http://www.etsy.com/transaction/64952980

 

„Take this „Magic Key“ tonight
Hang it on your door so tight
Santa’s on his way to you
in his sleigh with presents too,

He tip toes in, not missing a house
Jolly old Guy, Quiet as a mouse
Wispering magic and joy in each Child’s Ear.“
Comes to deliver some Holiday Cheer!

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Anmerkungen zur deutschen Sprache

Der BHE lernt deutsch. Das geht ganz gut und ist auch interessant, denn er hat eine sehr eigene Art, Dinge zu betrachten. „Pack Dein Zeug zusammen“. Ein ganz normaler Satz, eine umgängliche Aufforderung. Zeug, Dinge . . . in der englischen Sprache: stuff, thing oder things. Nach Ansicht des BHE wäre somit ein Flugzeug dann wortwörtlich übersetzt ein „fly-thing“, ein Feuerzeug ein „fire-thing“, und warum hat ein Zeugnis nichts mit „Zeug“ zu tun, genausowenig wie ein Zeuge oder ein Zeughaus? Warum nannte Mozart seine Komposition „Eine kleine Nachtmusik“ und nicht „Ein wenig Nachtmusik“, was doch grammatikalisch richtiger wäre? Warum sitzt DER Hund auf dem Sofa, aber wenn ich ihm Futter hinstelle heißt es auf einmal: DEM Hund Futter geben? DER Waserhahn aber DAS Wasser?

Das die deutsche Sprache schwierig, merkwürdig und oft unlogisch ist, davon wusste schon Mark Twain zu berichten. Seine einige Seiten umfassende unmißverständliche Erörterung dazu habe ich mit grossem Vergnügen gelesen:

http://www.crossmyt.com/hc/linghebr/awfgrmlg.html

Wie hätten sich doch der BHE und Mark Twain verstanden.

Dankbar für:
1. Humor
2. Hoffnung
3. jeden guten Tag

“A dog is „der Hund“; a woman is „die Frau“; a horse is „das Pferd“; now you put that dog in the genitive case, and is he the same dog he was before? No, sir; he is „des Hundes“; put him in the dative case and what is he? Why, he is „dem Hund.“ Now you snatch him into the accusative case and how is it with him? Why, he is „den Hunden.“ But suppose he happens to be twins and you have to pluralize him – what then? Why, they’ll swat that twin dog around through the 4 cases until he’ll think he’s an entire international dog-show all in it’s own person. I don’t like dogs, but I wouldn’t treat a dog like that – I wouldn’t even treat a borrowed dog that way. Well, it’s just the same with a cat. They start her in at the nominative singular in good health and fair to look upon, and they sweat her through all the 4 cases and the 16 the’s and when she limps out through the accusative plural you wouldn’t recognize her for the same being. Yes, sir, once the German language gets hold of a cat, it’s goodbye cat. That’s about the amount of it.”
Mark Twain’s Notebook

Neues von Herbert

Herbert hat die Bekanntschaft einer Dame gemacht und sie zum Bier eingeladen.

Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Die Weckuhr

Es ist 6.00 Uhr morgens. Und es ist Sonntag. Und mein freier Tag. Da wache ich normalerweise nicht um 6.00 Uhr von selbst auf. Aber das Gefühl, angestarrt zu werden, dringt in meinen Schlaf und als ich verschlafen die Augen öffne, sehe ich Biene, unseren Hund, vor meinem Bett stehen und freudig mit ihrem Schwanz wedeln. Zwischen Bett und Wand ist ein ca. 50 cm Abstand, so das Biene bei dieser Aktion ihren Schwanz gegen die Wand haut, was ein rhythmisches Trommeln erzeugt. Ich fauche sie unfreundlich an, das sie verschwinden soll. Dann drehe ich mich auf die andere Seite. Die ist aber schon besetzt. Da liegen zwei unserer Katzen in tiefem Schlaf: Bagheera und Buddha, nicht nett und platzsparend zusammengerollt, sondern breit ausgestreckt, was ihnen offensichtlich doppelte Größe verleiht. Der beste aller Ehemänner liegt an der äußersten Bettkante und ist somit der Gefahr ausgesetzt, jeden Moment aus dem Bett zu fallen. Alle diese Dinge sind etwas zu viel in dieser frühen Morgenstunde und so beschließe ich, den Weg des geringsten Widerstandes zu beschreiten, und mich einfach wieder mit fest zusammengekniffenen Augen auf meine Bettseite zu drehen. Aber da ist immer noch Biene und die ist auf einer Mission von der sie sich nicht abbringen lässt. Ich spüre, wie sich ein Kopf auf mein Kissen legt und als ich vorsichtig zwischen meinen Augenlidern hervorblinzel, sehe ich in zwei Hundeaugen, die mich anstarren. Schnell stelle ich mich tief schlafend. Der Kopf bewegt sich nicht von meinem Kissen weg, Biene ist dort anscheinend zu einer Salzsäule erstarrt. Als ich grade wieder am Einschlafen bin, stupst mich ganz vorsichtig eine Schnauze an und als ich tapfer weiter versuche, Biene zu ignorieren, leckt ein Hundezunge ebenso vorsichtig über meine Nase. Ich versuche ein weiteres Mal, sie wegzuscheuchen, da ich zum einen nicht die geringste Absicht habe, jetzt schon aufzustehen und zum anderen will ich ihr zeigen, wer hier Herr beziehungsweise Frau im Hause ist und an freien Tagen die Morgens-Aufsteh-Regeln macht. Biene ist davon nicht im geringsten beeindruckt. Sie schnappt einen Zipfel meiner Bettdecke und zieht. Maja, die bis jetzt wie ein ordentlich erzogener Hund unter dem Bett geschlafen hat, ist nun auch wach und versucht, sich unter Stöhnen, Grunzen und gelegentlichem Aufjaulen unter dem Bett hervorzuarbeiten. Sie ist in fortgeschrittenem Alter und etwas übergewichtig, aber unter dem Bett ist ihr Lieblingsschlafplatz und jeden Abend zwängt sie sich unter großem Aufwand da runter und Morgens mit genausoviel Aufwand wieder unter dem Bett hervor. Während Biene weiter an meiner Decke zieht und Maja für die Geräuschkulisse sorgt, gibt es in der Küche einen gewaltigen Krach, irgendetwas ist dort auf den Fliesenboden gefallen und in tausend Teile zersprungen. Das alles reicht, um mich nun doch zum Aufstehen zu bewegen. Eine Inspektion der Küche zeigt, das mein Kater Mr. Big Al bei dem Versuch, aufs Küchenfensterbrett zu springen, ein im Wege stehendes (zum Glück leeres) Glas von der Küchentheke gefegt hat. Jetzt sitzt er da und schaut mich anklagend an: in einem ordentlichen Haushalt stehen keine leeren Gläser als Katzenfalle im Weg. Nun beginnt mein Multitask: ich entschuldige mich bei Mr. Big Al, setze Teewasser auf, lasse die Hunde beide raus in den Garten, fege die Scherben zusammen und stelle jeder Katze einen gefüllten Futternapf hin. Während der BHE diese ganzen aufregenden Begebenheiten verschläft, kommen Bagheera und Buddha aus dem Schlafzimmer zum Futternapf gerannt. Somit ist Ruhe (für eine Weile). Ich verziehe mich mit meinem Tee in das nun wieder räumlichere Bett, ziehe den BHE von der gefährlichen Kante weg (warum ist er eigentlich nicht rausgefallen, das hätte doch alles noch viel aufregender gemacht) und kann nun entspannt beobachten, wie die Morgensonne unser Schlafzimmer und den auf der Kommode stehenden großen Sonnenblumenstrauss in ein goldenes Licht taucht. Mr. Big Al hat mir verziehen und streckt sich nach Beendigung seiner Morgenmahlzeit dekorativ an meinem Fußende aus, die Hunde toben verzückt durch den Garten und bellen, damit auch alle Nachbarn wach werden.

Und es war Sonntag . . .

Dankbar für:
1. Sonne und Wind
2. Freie Sonntage
3. Sonnenblumen

Kurzmitteilung

Verwirrt . . .

Ernie: „Das ist aber nicht mein Quietsche Entchen . . . “

„Ernie is a guy who lives with another man . . . „

Herbert macht Urlaub – Teil 1

Unser Weihnachtspaket aus Deutschland kam bereits vorige Woche an. Angesichts der negativen Erfahrung vom vorigen Jahr hielt es unsere Familie in Deutschland für ratsam, dem Paket genügend Zeit zu geben um verloren zu gehen, nach Deutschland zurückgesandt zu werden und dann nochmals die Tour nach Miami anzutreten. Was das Paket natürlich diesmal nicht tat. Nach nur drei Wochen kam es wohlbehalten bei uns an. Ausgepackt haben wir es, aber die Geschenke noch nicht ausgewickelt. Die warten jetzt im Enkelkinder-Gästezimmer auf ihren großen Auftritt am Weihnachtsabend.
Mit im Paket, versteckt zwischen Weihnachtsgeschenken und Verpackungsmaterial, war Herbert.

Ich denke, er wollte dem deutschen Winter entfliehen und einen aufregenden Tropenurlaub erleben. Damit er sich seinen Urlaubsort genau ansehen kann (und bei Nichtgefallen natürlich seine Reisekosten vom Veranstalter zurückerstattet bekommt) haben wir ihn erstmal auf eine Stadtrundfahrt mitgenommen.

Am nächsten Tag durfte er mit mir zur Arbeit kommen. Das nennt man Erlebnisurlaub. So lernt er, wie die Einheimischen leben. Herbert schien es zu gefallen. Er freundete sich mit Lucky, unserem Ladenmaskottchen, an . . .

inspizierte die Perfumabteilung . . .

kuschelte mit der Schaufensterdekoration . . .

. . . und versuchte erfolglos, mit der etwas hochnäsigen Dame in Rot zu flirten.

Am dritten Reisetag stand eine Radtour auf dem Programm.

Bevor es mit dem umfangreichen Reiseprogramm weiter geht, hat Herbert jetzt einige Tage Zeit zur individuellen Gestaltung seines Urlaubes. Damit er nicht verloren geht, wird ihm vom Veranstalter ein Stadtplan zur Verfügung gestellt.

Dankbar für :
1. Spaß am Leben
2. kleine Erfolge
3. Hoffnung

Das Wandern ist des Müllers Lust

 

Deutschland vor 25 Jahren:
Meine drei Kinder wurden von mir morgens auf verschiedene Arten in den Kindergarten gebracht: an meiner Hand laufend, hüpfend, bei Regenwetter mit Schirm und Gummistiefeln durch Pfützen platschend, im Herbst Blätter mit den Füßen aufwirbelnd, im Winter mit dem Schlitten und im Sommer sehr oft mit dem Fahrrad. Ein Auto hatten wir in den ersten Jahren nicht, aber auch später , als wir dann eines hatten, wäre uns nicht im Traum eingefallen, für einen 15 Minuten Weg zum Kindergarten oder zur Schule ein Auto zu benutzen.

Miami aktuell:
Meine Miami Enkelchen haben einen großen Spielplatz im Garten ihrer Eltern. Sandkasten, Rutsche, Schaukeln, Trampolin, ein kleines Badebecken, alles ist da. Sie sind auch täglich an der Luft. Ebenso sind sie oft am Strand. Auch mit dem Hund der Familie gehen sie spazieren. Aber wenn sie mit ihren Eltern irgendwohin gehen, dann gehen sie nicht, sondern fahren. Gummistiefel und Schirme oder lustige Kinder-Regenjacken befinden sich nicht in ihrem Besitz. Sie sitzen in ihren Auto-Kindersitzen und haben in die Rücklehnen der Vordersitze eingebaute DVD Player, wo sie ihre Disney Videos anschauen können. Sie werden zum Kindergarten gefahren und auch überall sonst hin.

Wenn ich mit dem Bus zur Arbeit fahre, muss ich von der Bushaltestelle bis zu unserem Laden ca. 20 Minuten laufen. Meine Kollegen bieten mir immer wieder an, mich von der Haltestelle mit dem Auto abzuholen, weil ihrer Ansicht nach ein Fussweg von 20 Minuten unzumutbar ist. Sie verstehen nicht, warum ich das selbst an Regentagen ablehne und halten mich in dieser Beziehung für seltsam.
Laufen, das ist hier die ziemlich ungeteilte Meinung, ist nur etwas für sehr arme Leute, Farbige, Latinos oder Bekloppte, denn: wozu hat man ein Auto? Nun gibt es hier durchaus Menschen, die sich bewegen: sie gehen mit dem Hund gassi, joggen oder fahren Fahrrad zwecks Fitness. Aber sie laufen nicht gezielt irgendwohin, weder zum Supermarkt, noch zur Schule oder zur Arbeit. Auch zur Arbeit bin ich schon gelaufen, an einem angenehm kühlen Morgen, das dauerte 2 ½ Stunden für einen Weg von ca. 9 Kilometern, kurze Pausen eingerechnet.

Seitdem ich wieder ein Fahrrad habe, benutze ich das, um zur Arbeit zu fahren. Da verlasse ich morgens um 8.00 Uhr das Haus und brauche etwas über eine Stunde für den Weg, weil ich langsam fahre. Die Straßen sind zu dieser Zeit noch oder schon wieder relativ leer, die Luft ist frisch und ich komme auch an einem netten kleinen See vorbei, wo ich meistens kurz anhalte, um etwas zu verschnaufen und mich an den Seerosen zu erfreuen.

Auch der Heimweg am Abend ist angenehm, nach 8 Stunden in einem geschlossenen Raum mit Klimaanlage ist die frische Luft sehr wohltuend. Da es jetzt nach den vielen Hurrikans und Stürmen im Atlantik sehr angenehm abgekühlt ist, habe ich auch im Haus keine Klimaanlage an sondern mache die Fenster auf. Dazu sind sie ja schließlich da. Aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis hier in Miami stehe ich auch mit dieser Einstellung alleine da. Klimaanlage hat man immer an und Fenster werden nur zum Zwecke der Säuberung mal kurz geöffnet.

Wenigstens Melissa Etheridge sieht das anders, obwohl sie Amerikanerin ist: „Come to my window“. Oder öffnet sie es auch nur kurz, um die Geliebte hineinzulassen?

Ich habe mich entschlossen, trotzdem weiter zu laufen, zu wandern, zu rennen und spazieren zu gehen, Fahrrad zu fahren und auch die Fenster weit aufzuhaben, wann immer es geht. Ich bin eben merkwürdig.

Dankbar für :
1. meine Füße
2. mein Fahrrad
3. der „Herbst“ hat Einzug gehalten

Kurzmitteilung