Geburtstag

Es ist immer etwas besonderes, wenn die eigenen Kinder sprechen lernen. Das erste gestotterte „Mama“ oder „Papa“ welches man voller Rührung aus der kleinen Kinderschnute hört, das vergißt man nie. Heute ist mein Geburtstag. Am Vormittag riefen Kinder, Familienmitglieder und Freunde an um mich zu beglückwünschen und dann kam ein ganz besonderer Anruf: „Happy Birthday Grandma, I love you“ sagte die kleine aufgeregte Stimme meines Enkeltöchterchens am anderen Ende der Leitung.  Der erste Glückwunsch eines Enkelkindes zum Geburtstag, das ist etwas sehr besonderes.

Ich habe viele schöne Geschenke bekommen, am Nachmittag war ich mit den Kids und den Enkeln in der „Cheesecake Factory“, das ist eines meiner Lieblingsrestaurants, aber dieser telefonische Glückwunsch des Enkelchens, das war das Schönste am ganzen Tag.

Ich bin heute nur ganz allgemein dankbar und zufrieden und wünschte mir nur, der BHE wäre auch hier. Aber da muss ich leider noch einige Wochen warten. Dann gibt es nochmal einen Geburtstag: meinen feiere ich mit ihm nach!

Grandmas day off

Heute war mein freier Tag und den habe ich gröβtenteils zum Faulenzen genutzt. Das beinhaltete am Morgen lange auszuschlafen, dann ausgiebig zu duschen und mit einem Mango-Milchshake im Garten zu sitzen, eine kühle Brise zu geniessen und mich am Blühen unserer Pflanzen zu erfreuen.

Am Nachmittag Teatime (aus Faulheit nur ein Teebeutel) mit Keksen und Schokolade und der Auswahl des nächsten Buches.

Zuerst wollte ich “Under the Tuscan Sun” lesen, dann habe ich mich doch entschieden, als unmittelbaren Anschluss an Buch und Film “Eat Pray Love” das Buch “Committed” zu lesen. Die Story ist nicht eine unbedingte Fortsetzung, es gibt keine wirkliche Handlung, der Leser erfährt vielmehr nebenbei wie es mit Liz und Felipe weitergeht. Hauptsächlich geht es um die Entwicklung der Ehe in den verschiedenen geschichtlichen Epochen, über die verschiedenen Arten eine Ehe zu führen und die verschiedensten Gesichtspunkte, diese zu betrachten. Ich habe noch nicht das ganze Buch gelesen, aber es ist entsetzlich schlecht geschrieben. Trotzdem bereitet mir das Lesen bis jetzt ein gewisses Vergnügen, denn es verschiebt und verändert meinen Gesichtspunkt, und vor allem muβ ich der Autorin eine hohe Anerkennung aussprechen, denn sie steht offen in ihrem Buch für die Ehe von homosexuellen Menschen ein und auch für deren Recht, Kinder zu adoptieren. Und damit haben ja nicht nur viele Amerikaner offensichtlich noch ein Problem.

Am Abend dann ein Wohlfühlbad.

Danach folgte ich, warm in meinen Bademantel eingekuschelt mit dem unvermeidlichen Tee (diesmal einem guten Ostfriesentee) auf youtube einem link, den mir ein alter Schulfreund in Erinnerung an längst vergangene Zeiten geschickt hatte. Ich wollte nur diesen einen Song anhören (“Needles and Pins” von Smokie) und ging natürlich prompt verloren: bis spät in die Nacht schaute ich mir Smokie, CCR, Rod Steward, Bonnie Tyler und Co. an und zu guter Letzt den Clip aus den 90ern: Chris Norman & Suzie Quatro mit “I need your love”

http://www.youtube.com/watch?v=RqLkbGZCdBo&feature=related

Dankbar:

  1. für gute Musik
  2. für einen faulen Tag
  3. für ein entspannendes Bad

 

 “Lay back in the arms of someone,

When you feel you’re a part of someone

Lay back in the arms of someone you love . . .”

Aber bitte mit Sahne

Gestern musste ich zwar arbeiten, aber nur bis mittags. Begonnen habe ich den Tag mit einem wie immer gesunden Frühstück, bestehend aus Knäckebrot mit Frischkäse und Senf sowie Obst.

Zum zweiten Frühstück gibt es normalerweise ein Greek-Joghurt und eine Banane. Da ich aber während meiner Arbeitszeit überraschend lieben Besuch in Gestalt meiner Freundin Meredith empfangen durfte, gab es (von ihr spendiert) Keylimeparfait mit Schlagsahne und Mandeln.

Das war sehr lecker und ab und zu schadet so was ja auch nicht. Statt unserem üblichen Starbucks Kaffee gab es gesunden Tee (als Ausgleich zum Parfait).

Wir hatten einen netten Vormittag, an dem es in Strömen regnete, während wir im Trockenen saβen und alte Zeiten auferleben lieβen. Und wir hatten uns so viel zu erzählen. Und da es den Begriff „Kaffeklatsch“  im englischen nicht gibt, musste Meredith das Wort  auf deutsch lernen. Was sie auch schaffte.

Dankbar :

  1. für einen Regenbogen
  2. für eine gute Freundin
  3. für tausend Sterne am Abendhimmel

 “We can live without religion and meditation, but we cannot survive without human affection.”

Tenzin Gyatso, 14th Dalai Lama

 

Eat . . . Pray . . . Love

Ich habe das Buch gelesen. Teilweise schleift der Schreibstil ein wenig, wird auch manchmal etwas langatmig und ein wenig zu gekünstelt komisch. Aber im Groβen und Ganzen ist es trotzdem ein tolles Buch, in dem man sich wiederfinden kann und welches auch nachdenklich macht, unter anderem durch eher nebenbei erwähnte Charaktere wie Yudhi, dessen tragische Geschichte sehr gut die Einwanderungspolitik der USA nach 9/11 beschreibt.

Im Buch wird nicht nur gegessen und geliebt, sondern auch gebetet und meditiert. Und sehr schön finde ich den Vergleich, dass die verschiedenen Religionen wie Flüsse sind, die in ein Meer flieβen. Es wird nicht eine einzige Religion als die Richtige gepredigt.

Und während der Leseperiode hatte ich passend zum Thema meine eigene italienische Woche, in der es meine Lieblingssorte Antipasti gab (Bruschette, das ist Weiβbrot, in Olivenöl getunkt, von beiden Seiten knusprig gebraten, dann mit Knoblauch abgerieben und mit Tomaten, Paprika und Basilikum belegt), Pizza, viel Salat, schwarze Oliven, Auberginen und auch ans Naschen war gedacht: Fioretto.

Auβerdem schaute ich den gleichnamigen Film an, in dem die Handlung des Buches sehr gut umgesetzt war.

Dankbar:

  1. immer wieder für gute Bücher
  2. für einen samtigen, saftigen Pfirsich, den es zum “Kaffee” gab
  3. für einen netten Busfahrer

„Do not look at the world through your head; look at it through your heart.“ (Ketut)

 

Im Museum

Es ist immer ein tolles Erlebnis, mit seinen Kindern in ein Museum zu gehen. Aber noch toller ist es, das mit den Enkelkindern zu tun. Und am Samtag war ich mit Kindern und Enkelkindern im Museum, genauer gesagt im Miami Children Museum. Es war wunderschön, lustig, lehrreich und sehr beeindruckend. Miami hat ja auch viele schöne Dinge zu bieten und dieses Museum gehört eindeutig dazu. Kreativität, Phantasie, Naturverständnis, soziales Verhalten . . . alles ist present  und vor allem . . . es ist ein Museum zum Anfassen. Ein Sandschloss lädt zum hereinspazieren ein und stellt Sand von den Stränden der Welt vor.

In der Bank of America kann man mittels einer Videopräsentation lernen, wie Geld “hergestellt” wird und man kann seine eigene Währung gestalten. In einem Display sind Banknoten aus allen Teilen der Welt ausgestellt.

Welches Kind spielt nicht gerne Kaufmannsladen. Hier ist es gleich ein ganzer Supermarkt, in dem die kleinen Kunden shoppen können.

Damit sie auch lernen, das die Milch nicht direkt aus dem Supermarktregal kommt, gibt es eine Kuhattrappe, die man auch melken kann. Und da ja in Florida nun mal die vielen Orangenplantagen sind, kann man auch Orangen pflücken, die blitzschnell von einem Baum fallen und in eine Kiste geworfen werden müssen. Was die Kinder hier nicht lernen ist, das auf vielen Orangenplantagen in Florida illegale mexikanische Einwanderer für weniger als einen Mindestlohn schuften.

Der Kunst waren viele Räume gewidmet. Nicht nur Mal- und Nähräume sondern auch Bilder von Klee und Picasso, Kandinsky und die lustigen Figuren von Botero, die Vielfalt war groβ. Im Karaokeraum sang das Enkelchen mit der Mami zu “Here comes the Sun” und Grandma lachte drauβen Tränen.

Auch den Miccosukee, einem Indianerstamm in Florida, waren Schaukästen gewidmet. Haushaltsgeräte, Schmuck und Miniaturen ihrer Boote aus Zedernholz konnte man bewundern.

Themen wie Gesundheit und Wellness, die Verantwortung ein Haustier zu haben, verschiedene Teile der Welt zu bereisen, die Arbeit der Polizei und Feuerwehr, die verschiedenen ethnischen Gruppen, die Funktion eines Hafens, Flora und Fauna mit Schwerpunkt Everglades, alles wird den Kindern spielerisch und mit viel Anschauungs- und Anfassmaterial im wahrsten Sinne des Wortes “greifbar” gemacht.

Nur Baby Junior, den imponierte das alles noch nicht im Geringsten. Die kleinen Füβe auf der Lehne seines Wagens, lieβ er sich herumkutschieren und schlief schlieβlich ein. Aber es wird nicht lange dauern, dann sitzt auch er im Karaoke Raum. Und dann wird Grandma mit ihm rocken.

Dankbar für

  1. einen tollen Nachmittag
  2. die super Karaoke Nummer
  3. ein selbstgebasteltes Geschenk meiner Enkeltochter

“Here comes the sun

Here comes the sun and I say

It’s all right . . . “

Gut gegen Nordwind

Das Buch war in unserem Weihnachtspaket (in dem, das im Juli kam). Und von dem Moment, wo ich angefangen habe, es zu lesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.

Bei Kerzenschein abends ins Bett gekuschelt, mit den unentbehrlichen Erdbeeren, habe ich die Liebesgeschichte von Emmi und Leo verschlungen, den Sprachwitz und die Sprachgewandheit des Schriftstellers bewundert und genossen und mich immer wieder gefragt: wieso kennt der unsere Geschichte, die vom BHE und mir? Denn unsere Geschichte ist sehr ähnlich:

Eine irrtümlich versandte email aus dem fernen Arizona landete vor 10 Jahren bei mir im idyllischen Allgäu in meinem Posteingang und daraus wurde erst ein gelegentliches Hin- und Hergeplänkel mit Worten und Zitaten, dann ernsthaftere Gedankenaustausche und schlieβlich ein stetiger Schriftwechsel, aus dem dann sehr bald ein täglicher, zwei Jahre dauernder Schriftwechsel wurde.  Unsere Tage begannen mit “Guten Morgen, wie geht es Dir?” und endeten mit “Gute Nacht, schlaf gut.” Wir lasen gemeinsam Bücher, schauten zur gleichen Zeit die gleichen Filme an und tranken gemeinsam: ich Whiskey, er Rum. Das war aufgrund der 6 Stunden Zeitdifferenz zwischen Deutschland und den USA nicht immer einfach. Wir schickten uns keine Fotos sondern beschrieben uns, wie wir uns den jeweils anderen vorstellten. Dann beschrieben wir uns, wie wir wirklich waren. Und dann telefonierten wir, um unsere Stimmen zu hören. Später kamen dann die Fotos. Aber da waren sie nicht mehr wirklich wichtig. Denn da wussten wir bereits, das wir zusammen passen. Weil Äuβerlichkeiten nicht wirklich entscheidend sind. Weil es wichtig ist, WIE ein Mensch ist. Nicht, WAS er ist oder was er hat oder nicht hat. Genauso wie im Buch hat sich bei uns ganz langsam die Vertrautheit eingestellt. Das Bedürfnis, dem anderen alles zu erzählen. Sich auszusprechen und Gefühle zu verarbeiten. Gemeinsame Dinge zu tun. Phantasievoll zu sein. Auch erotisch. Er hat es zuerst gemerkt. Auch der Heiratsantrag kam per email. Wir hätten uns auch treffen können. Nicht zwei Jahre warten müssen. Aber wir haben vorsichtig an unserer Beziehung gearbeitet. Uns gegenseitig ausgelotet. Alles aus dem anderen herausgeholt. Manchmal auch gestritten. Und uns auch eine kleine Phantasiewelt gebaut, von der wir nicht wussten, ob sie in der Realität bestehen würde. Als wir uns dann zum erstenmal getroffen haben, war keine Fremdheit da. Es war, als ob wir uns schon immer gekannt und nur einfach wiedergefunden hätten. Das passiert sicher in dieser Form nicht sehr oft. Ich bin aber froh, das es passiert ist. Und das wir es gewagt haben.

Faszinierend (zumindest für mich) ist, das der Roman “Gut gegen Nordwind” fiktiv ist. Und das der Schriftsteller auch aus der Sicht von Emmi schreibt. Viele Frauen erkennen sich in Emmi wieder. Das ist beachtlich. Das ist ihm sehr gut gelungen. Man kann sich in beide, Emmi und Leo, so gut hineinversetzen. Man lacht und weint mit ihnen und ist letztendlich froh, das sie ihr wohlverdientes Happy End bekommen. Und dann will man das Buch gleich noch einmal lessen.

Unser Roman ist nicht fiktiv. Er ist passiert. Und passiert immer noch. Und mittlerweile haben wir auch nicht nur eine, sondern mehrere dieser 7. Wellen gehabt. Die immer für Űberraschungen gut sind.

Dankbar für

  1. meinen ganz persönlichen Liebesroman
  2. das es so viele wunderbare Bücher gibt
  3. Whiskey, den ich jetzt grad brauche

»Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf….«

»Ich denke viel an Sie, in der Früh, zu Mittag, am Abend, in der Nacht, in den Zeiten dazwischen und jeweils knapp davor und danach – und auch währenddessen.«

»Wo es hinführen soll? Dort, wo es hinführt. Würde es nicht dort hinführen, dann soll es auch nicht dort hinführen. Also führt es ohnehin dort hin, wo es hinführen soll.«

Gedanken

“Wenn ich euren Vater nicht kennengelernt hätte,dann  würde es euch auch nicht geben, dich und deine Geschwister,” sagte die Königin zu der kleinen Feuerelfe. “Oh, sagte die kleine Feuerelfe, aber dann hättest du vielleicht andere Kinder.” “Vielleicht, sagte die Königin. “Aber dann wäre immer eine unerfüllte Sehnsucht in meinem Herzen.”

Manchmal weiss man nicht wonach man sich sehnt, bis man es vor sich sieht und merkt, das es das ist, was man immer wollte.

Oft trifft man Entscheidungen, die sich im Nachhinein nicht oder nicht vollkommen richtig erweisen. Man probiert Dinge aus, verändert sein Leben, immer auf der Suche nach Verbesserung, Glück und Zufriedenheit. Viele Menschen scheuen sich auch vor Veränderungen, haben es schwer, Entscheidungen zu treffen. Wenn man aber immer in seinem alten eingefahrenen Rhythmus bleibt, wird auch immer eine Sehnsucht  bleiben. Man wird Dinge bereuen, die man nie getan hat und man blickt auf sein Leben zurück mit dem Gefühl, vieles verpasst zu haben. Das will ich nicht. Aber ich brauche einen Platz, an den ich hingehöre, einen Ort, den ich Zuhause nennen kann. Von dem ich aufbreche in meine Abenteuer und zu dem ich zurückkehren kann, um aufzutanken.

Das Leben ist eine einzige Veränderung, eine Reise mit einem unbekannten Ziel, da man nie mit Bestimmtheit sagen kann, ob und wo man ankommt. Und immer wieder sollte man „first time“ Erlebnisse haben.

Und ich kann viel aufzählen: Menschen, Ereignisse, Orte, Dinge und auch viele Erinnerungen, die  mich glücklich gemacht haben und immer noch machen. Ich bin froh, das alles erlebt zu haben. All das hat mich geprägt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin, mit meinen Wünschen und Träumen, Erinnerungen und Erfahrungen.

 

 

“Ich gehe durchs Leben

und verfolge meine Träume

und lecke meine Wunden.”

 

Dankbar:

  1. für den Anruf einer sehr lieben Freundin und eine Verabredung zum Kaffee
  2. für einen sehr besonderen Liebesbrief von meinem Mann
  3. das es mir wieder besser geht nach drei Tagen Magen-Darm-Grippe

 

“Made a wrong turn, once or twice. Dug my way out, blood and fire.

Bad decisions, that’s alright – welcome to my silly life.“