Ein vergessener Eintrag

Dieser ist ein vergessener Blog. Ich dachte, ich hätte ihn schon gepostet. Vor drei Wochen habe ich eine Woche lang aufgeschrieben und teilweise fotografiert, was mich dankbar und/oder glücklich gemacht hat. Und hier ist nun, etwas verspätet, die “Liste der schönen Momente”:

  1. Ich beobachte eine Groβmutter, die ihren Walker durch die Mall schiebt und auf dem Sitz sitzen zwei vergnügt kichernde (vermutlich) Enkelkinder.
  2. Ein kleines Mädchen lächelt mich an und winkt mir zu.
  3. Der BHE macht Chicken Stir Fry, wir essen auf der Couch und schauen dabei “Titanic”.Nachtisch: Strawberry Shortcakes.
  4. Am Samstagvormittag 2 Stunden lang Skype mit meinem Sohn in Deutschland, wobei unter anderem eine gegenseitige virtuelle Wohnungsbesichtigung statt fand.
  5. Der BHE schenkt mir diese kleine bezaubernde Nähmaschine, in der sich eine Spieluhr (Au Clair de la lune . . . ) befindet. 
  6. Ein Bastelabend mit Tee und Musik (Enya), bei dem unter anderem ein schönes Bild für meine älteste Tochter entstanden ist.
  7. Ich sehe immer so viele ältere und auch sehr alte Paare, die Hand in Hand laufen. Das berührt mich sehr. Es ist schön wenn man die Hand eines lieben Menschen halten kann.

“I see trees of green, red roses too
I see them bloom for me and you
And I think to myself, what a wonderful world

I see skies of blue and clouds of white
The bright blessed day, the dark sacred night
And I think to myself, what a wonderful world

The colors of the rainbow, so pretty in the sky
Are also on the faces of people going by
I see friends shakin‘ hands, sayin‘ „How do you do?“
They’re really saying „I love you“

I hear babies cryin‘, I watch them grow
They’ll learn much more than I’ll ever know
And I think to myself, what a wonderful world
Yes, I think to myself, what a wonderful world”

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Wieder mal so Allerlei . . .

Das Enkeltöchterchen hat vor einer Woche mit Hilfe ihrer Mom Tomaten gepflanzt:

Heute haben wir den Deckel abgenommen und da sah es schon so aus:

Und bei Grandma (also bei MIR) steht frischer Basilikum auf dem Fensterbrett.

Basilikum mag ich genauso gerne wie Koriander. Bei mir gibt es keine Pasta, keinen Mozarella und keinen Tomatensalat ohne Basilikum. Kräuter im Garten gedeihen bei mir nicht so gut, ich kann machen was ich will, die Schädlinge sind schneller und in der Überzahl. Somit habe ich mich für die In-Haus-Zucht entschieden.

„What the eyes perceive in herbs or stones or trees is not yet a remedy; the eyes see only the dross. “ Paracelsus

Dankbar:

1. das ich einen guten Nachmittag hatte, an dem ich zwar arbeiten musste (ebay) aber mich mit der Musik von Clannad verwöhnt habe, die so wunderbar entspannend auf mich wirkt

2. für einen ebenso guten Vormittag, an dem ich ein friedlich schlafendes Enkelchen im Arm hatte und weiter nichts getan habe, als sein kleines Gesicht anzuschauen und leise Wiegenlieder zu summen

3. das ich die meinem Sohn versprochene Fotoserie (Miamis places and faces)  endlich fertig bekommen und auf CD gebrannt habe  und morgen an ihn abschicken kann

und ausnahmsweise mal 4. aber eigentlich nur 1 – 3 zusammenfassend: ich hatte einen guten Tag

Selbst ist die Frau

Mit ungefähr 10 Jahren erklärte ich meinem Vater, der mir die Notwendigkeit des damals in der Schule als Pflichtfach vorhandenen Werkunterrichts nahelegen wollte, das ich mir keine handwerklichen Kenntnisse anzueignen brauche, weil: “Dafür habe ich später mal einen Mann.” Little did I know . . . Mein erster Ehemann und Vater meiner Kinder hatte zwar viele Talente, aber ein handwerkliches gehörte eindeutig nicht dazu. Nach meiner Scheidung blieb ich viele Jahre lang Single und alleinerziehende Mutter und war weiterhin gezwungen, nicht nur den Kochlöffel sondern auch Hammer und Schraubenzieher zu schwingen, Anbauwände, Schreibtische und Essecken zusammenzubauen und Wände zu streichen. Später geschah das auch mit Hilfe meiner heranwachsenden Kinder, die noch heute mit Gelächter auf unsere damaligen Aktionen zurückblicken und die Erinnerung an alle blauen Flecken, eingequetschten Zehen, mit dem Hammer blau gehauene Finger und falsch aufgebaute Regale und Schränke immer wieder aufleben lassen. Aus meinem Sohn ist aber trotzdem nicht nur ein guter Hobbyhandwerker geworden, sondern ein gelernter Schreiner, der tolle Möbelstücke zaubert. Meine groβe Tochter hat zwei linke Hände, was das Handwerken angeht, aber sie ist eine talentierte Fotografin. Und meine kleine Tochter werkelt gerne mit ihrem (handwerklich begabten) Mann im Haus herum und ist ihm eine qualifizierte gleichwertige Partnerin. Ich habe am Anfang meiner Ehe mit dem BHE freudestrahlend den Hammer und auch weitestgehend den Kochlöffel “abgegeben”. Ich hatte die Nase voll vom “selbst ist die Frau” und habe ihm bei jedem Nagel, der in die Wand musste und jeder Glühbirne, die auszuwechseln war, mit meinem sexiesten Augenaufschlag aufgefordert: “Schatz, mach das doch bitte mal . “ Mittlerweile macht es mir aber Spass, ihm zu helfen und mit ihm gemeinsam handwerkliche Projekte durchzuführen. Ich habe auch wieder meine eigene kleine Werkzeugtasche. Und als mir gestern in der Küche die Sicherung durchgeknallt ist, weil ich Mikrowelle, Kaffemaschine und Elektrokochtopf gleichzeitig am Stromnetz hatte, und auβerdem die Heizanlage für das Warmwasser die rote Alarmlampe aufleuchten lieβ, habe ich das sofort  in Ordnung bringen können. Der BHE ist ja noch immer in Michigan. Aber ein klein wenig Wehmut mischte sich doch in den Stolz der wieder auferlebten “selbst ist die Frau”: ich hätte den BHE gern daheim und würde gern sagen: “Schatz, mach das doch bitte mal . . . “

Dankbar bin ich:

1. für  Bücher wälzend verbrachte Stunden in Barnes and Nobles (am liebsten würde ich dort einziehen)

2. für einen Abendhimmel voller Sterne

3. für eine wunderbar erfrischende Lektüre: „Gut gegen Nordwind“ (sehr zu empfehlen)

Faulsein ist wunderschön . . .

. . . denn die Arbeit hat noch Zeit.
Wenn die Sonne scheint
und die Blumen blühn,
ist die Welt so schön und weit.“

Das hat Pippi Langstrumpf ganz richtig bemerkt.  Und da meine Schwester, meine Schwiegerschwester (das ist ein Nicht-Wort aber ich mag es) und meine Nichte gerade durch Skandinavien touren und ich regelmäβig ihren Reiseblog lese, hat mich das ein wenig inspiriert.

Der heutige Tag war zum Ausruhen bestimmt. Ich habe bis um 10.00 Uhr morgens geschlafen, somit verschob sich alles nach hinten und daher gab es erst am späten Nachmittag Mittagessen. Ich habe mich mit Pizza Brot verwöhnt. Das ist einfach und dauert nicht lange.

Zutaten: zwei Käsebaguettes, Bruschetta mit schwarzen Oliven, Knoblauch, Tomate und Mozarella.

Die Käsebaguettes werden aufgeschnitten, mit Bruschetta bestrichen, mit gehacktem Knoblauch und Tomatenstückchen belegt und zum Schluβ kommt der Mozarellakäse drauf. Dann wird ein unprofessionelles Foto gemacht, in dem alle Einstellungen falsch sind und auch photoshop kann nicht mehr helfen. Ein neues Foto geht nicht, denn ich schaue die Bilder erst jetzt an und da ist alles bereits aufgegessen.

Während das alles im Ofen so ca. 10 Minuten gebacken wird, bereite ich den Salat vor:

Und so siehts fertig aus:

Damit ziehe ich mich auf die Couch zurück und beschlieβe, nicht nur zu schlemmern sondern auch “Ronja Räubertochter” anzuschauen. Vor dem Fernseher essen kommt sehr selten vor und wird auch immer eine Ausnahme bleiben. Aber heute sind Ausnahmen erlaubt.

Die herrlichen Naturaufnehmen im Film erinnern mich an die wunderschönen Reisebilder meiner drei Girls. Und es kommen auch Erinnerungen an Kuschelstunden mit meinen Kids auf der Couch und die unzähligen Male, die wir alle gemeinsam diesen Film angeschaut haben. Eine Zeitlang muβte ich meiner kleinen Tochter das “Wolfslied” regelmäβig als Schlaflied vorsingen. Nun ist es bald Zeit, das alles mit den Enkelchen zu tun. Darauf freue ich mich sehr. Ich habe einen schönen Abend und als ich dann in der Dämmerung meine Blumen und Pflanzen in Garten sprenge, singe ich das Wolfslied.

 “Es heult der Wolf des Nachts im Wald
Vor Hunger kann er nicht schlafen
Und seine Höhl’ ist bitterkalt
er giert nach fetten Schafen.

Du Wolf, du Wolf, komm nicht hierher
Mein Kind bekommst du nimmer mehr.”

Home alone

Der BHE ist seit Mittwoch für drei Wochen in Michigan. Da lebt seine Tochter und die hat vor zwei Wochen ein Baby bekommen. Ich wäre gern mitgeflogen um das neue Enkelchen zu besichtigen, aber unsere finanzielle Situation erlaubt keine zwei Flug Tickets und auch keinen unbezahlten Urlaub den ich für diese Reise dann gebraucht hätte. Auf bezahlten Urlaub habe ich erst nach einem Jahr Anspruch.  Somit bleibe ich daheim und hüte Haus, Garten, Hunde, Katzen und die Miami-Enkelchen. Bagheera ist ins Schlafzimmer eingezogen und hat entzückt schnurrend die Bettseite des BHE in Beschlag genommen.

Wenn ich arbeite, bin ich immer erst gegen 21.30 Uhr daheim. Dann ist normalerweise das Haus in Ordnung gebracht, alle Tiere sind gefüttert und während ich dusche bereitet der BHE Tee und Abendbrot vor. Jetzt muss ich das alleine machen und deshalb wird es, da ich grade in keinem sehr grossen Kochmut bin, nur einfache Dinge geben. Alles was länger als eine halbe Stunde Zubereitungszeit erfordert, ist erstmal vom Speiseplan gestrichen. Gestern gab es Bratkartoffeln, in die ich zum Schluss eine Handvoll Chicoree-Streifen gegeben habe und einen einfachen Salat mit etwas Parmesan, Erdbeeren zum Nachtisch.

Dann habe ich es mir mit Tee, Buch und Katze im Bett gemütlich gemacht, während die Hunde unter dem Bett ein beeindruckendes Duett schnarchten.

Dankbar für:

1. ERDBEEREN

2. die Ruhe und Entspanntheit nach einem hektischen Tag

3. das der BHE mir wieder jeden Tag eine email schreibt, so wie am Anfang unserer Beziehung (You’ve got mail)

Regenwetter

Ich sitze im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Drauβen regnet es in Strömen. An einer Haltestelle wartet eine ältere Frau im Rollstuhl. Sie hält einen groβen, rot-weiβ gestreiften Regenschirm über ihren Kopf, der aber trotz seiner Gröβe nicht viel Schutz bietet, denn der Regen kommt von allen Seiten und es weht ein ziemlich starker Wind. Der Bus hält und fährt eine Rampe aus, auf der die Frau bequem in ihrem Rollstuhl in den Bus hineinrollen kann. Sie ist trotz ihres Schirmes klatschnass und ich schaue sie voller Mitleid an. Sie erwidert meinen Blick und lächelt. “Ziemlich schlimm heute da drauβen.” sage ich mitfühlend zu ihr. Sie lacht und schüttelt das Wasser aus ihren Haaren: “Ja. Aber doch angenehm nach dieser schrecklichen Hitze.” Zwei Stationen weiter steigt sie schon wieder aus, aber nicht ohne mir freundlich lächelnd einen wundervollen Tag zu wünschen.

Die Frau hat in einem Rollstuhl gesessen. Aber ihre ganze Art strahlte ein groβes Selbstbewuβtsein und eine tiefe Zufriedenheit aus. Und ich hatte einen wundervollen Tag.

Dankbar für:

  1. ich habe etwas gelernt
  2. einen Regenbogen
  3. das es immer etwas gibt um dankbar zu sein

“Gratitude is not only the greatest of virtues, but the parent of all the others.” Cicero

Gedankenpause

Ich bin in einem kreativen Loch. Habe viele Ideen, kann sie nicht umsetzen, schreibe alles wild auf und es macht keinen Sinn. Deshalb gibt es keinen neuen Eintrag, sondern nur viel Yoga und Entspannung und der Versuch, meine Gedanken zu sortieren.

„Manchmal geh ich meine Straße ohne Blick
manchmal wünsch ich mir mein Schaukelpferd zurück
manchmal bin ich ohne Rast und Ruh
manchmal schließ ich alle Türen nach mir zu
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß
manchmal weiß ich nicht mehr was ich weiß
machmal bin ich schon am Morgen müd
und dann such ich Trost in einem Lied

Manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu stehn
manchmal scheint man immer nur im Kreis zu gehen
manchmal ist man wie von Fernweh krank
manchmal sitzt man still auf einer Bank

Manchmal greift man nach der ganzen Welt
manchmal meint man dass der Glücksstern fällt
manchmal nimmt man wo man lieber gibt
manchmal hasst man das was man doch liebt

Über sieben Brücken musst du gehen sieben dunkle Jahre überstehn
sieben Mal wirst du die Asche sein aber einmal auch der helle Schein.“