Christmas in July

Weihnachten im Juli

Jedes Jahr im Dezember bekommen wir von unserer Familie aus Deutschland ein wunderschönes Weihnachtspaket. Auch im vorigen Jahr ging ein solches Paket auf die Reise. Ende November in Deutschland abgeschickt, hätte es termingerecht bei uns in Miami ankommen müssen. Das tat es auch. Während des Sortiervorganges in unserer Poststelle wurde aber offensichtlich der Adressaufkleber beschädigt. Das Paket tauchte noch in der Sendungsverfolgung von USPS auf mit dem Vermerk, es wäre seit dem Eintreffen in Miami unauffindbar. Eine monatelange Nachforschung von deutscher und amerikanischer Seite führte zu keinem Ergebnis aber zu Frust und Enttäuschung, unter anderem auch hervorgerufen durch das sehr unprofessionelle und unkooperative Verhalten der Postinspektoren und Angestellten von USPS. Währenddessen war das Paket in einer Sammelstelle für unzustellbare Postsendungen gelandet und trat von dort aus dann nach einigen Monaten den Rückweg nach Deutschland an. Das es dort her kam, konnte offensichtlich noch an dem beschädigten Adressaufkleber festgestellt werden. Die deutsche Post öffnete das Paket und ermittelte anhand einer im Paket vorhandenen Adresse den Absender. Nach einer Erholpause und dem Entsorgen der mittlerweile ungeniessbaren Lebkuchen (SCHLUCHZ, weil: wer schon mal in den USA Weihnachten verbracht hat, weiss um die Kostbarkeit von Lebkuchen, Dominosteinen und Marzipan) ging das Paket nun ein zweitesmal auf die lange Reise. Diesmal kam es nach nur 2 Wochen wohlbehalten am Ziel an.

Und somit haben wir nun gestern Abend Weihachten im Juli gefeiert und bei Tee und Kerzenschein Geschenke ausgepackt.

Sehr gefreut habe ich mich über das Buch (mal wieder deutsches Lesefutter), und mein Lesestapel für die kommenden Wochen sieht nun so aus:

Und das Basteltalent habe ich offensichtlich von meiner Mutter geerbt. Sie bastelt auch gerne und hat etwas sehr schönes und kreatives mit ins Paket gelegt: kleine Steine, mit Serviertentechnik bedruckt, die nun einen Ehrenplatz auf einem schönen alten Buch (The Magnolia or Gift Book of Friendship, Ausgabe von  1857) gefunden haben.

Hier noch einige interessante Fakten: Weihnachten im Juli ist durchaus nichts auβergewöhnliches. In der nördlichen Hemisphäre werden oft Weihnachtspartys in Juli veranstaltet mit nicht nur dem Weihnachtsmann sondern auch Eis und anderen “kalten” Gerichten. In der südlichen Hemisphäre, wo ja in den eigentlichen Sommermonaten Winter ist, wird Weihnachten ebenfalls im Juli gefeiert. Und in Kanada und auch den USA  haben einige Geschäfte einen sogenannten “Christmas in July” Verkaufstag, so geschehen auch vorige Woche im Hallmark, wo ich ja diesen Weihnachtsmann gesehen habe und dachte, die sind nur sehr zeitig mit ihren Dekorationen dran bis mich der BHE über Christmas in July aufklärte.

Und hiermit beende ich meinen heutigen Eintrag und werde dem BHE und mir jetzt einen Zimt-Apfel-Tee machen.

Dankbar

  1. Für den gestrigen schönen “Weihachtsabend”
  2. Für die so liebevoll eingepackten Geschenke
  3. Für die Kompetenz der Deutschen Post

Bücher

Der gestrige Abend sollte eigentlich etsy gewidmet werden. Ich habe Bastelprojekte, die schon als Entwurf auf dem Papier existieren und nur darauf warten, in die Realität umgesetzt zu werden. Schlieβlich soll mein kleiner Shop ja eine bunte Vielfalt bieten.

Aber der BHE war auf einer Auktion. Dort hat er für 50 Dollar unter anderem über 500 Bücher ersteigert. Und so sah dann mein Abend etwas anders als geplant aus. Anstatt zu basteln, habe ich den Küchentisch so dekoriert:

Meine Aufgabe war es, den Preis der Bücher festzulegen, zu jedem Buch eine kurze Beschreibung zu erstellen, der BHE hat dann die Buchcover eingescannt und in unseren ebay-bookstore eingestellt. Wir arbeiten nämlich nicht mit Archivfotos. Jeder Artikel, der von uns bei ebay oder anderswo zum Verkauf angeboten wird, hat ein Originalfoto. What you see is what you get!

Bücher zu verkaufen ist sehr schwer für mich. Die Versuchung, alle zu behalten und in meine Bücherregale einziehen zu lassen, ist groβ. Und der BHE hat bei dieser Auktion einen guten Griff gehabt. Wir haben viele Bücher, die einen guten Verkaufspreis erzielen werden. Und wir haben Bücher überall: auf dem Bett, auf Tischen, auf der Erde . . .

Wenn ich ein gutes Buch in den Händen halte, will ich es öffnen. Daran riechen. Meine Finger über die Seiten gleiten lassen. In einer spannenden Handlung versinken. In fremde Länder reisen. Zeitreisen in der Geschichte unternehmen. Abenteuer erleben. Es gibt so viele gute Bücher. Und das Leben ist zu kurz um sie alle lesen zu können . . . Aber zurück zur Realität. Es kostete mich viel Disziplin, die Bücher einfach nur als Verkaufsobjekt zu behandeln. Und in einigen Fällen gelang das natürlich nicht. Einen kleinen Stapel habe ich zu persönlichem Gebrauch einbehalten, sozusagen konfisziert.

Der BHE begutachtete diesen Stapel und bemerkte: “I did expect some theft. But I expected it to be worse.” Na ja, wir sind ja noch nicht fertig. Es warten noch einige Bücher darauf, von mir entdeckt zu warden . . .

Dankbar

  1. Das ich lesen kann
  2. Das es Bücher gibt
  3. Das Leben ist schön

Jana’s Attic

Lange habe ich den Gedanken mit mir herumgetragen, auch schon Vorbereitungen getroffen, recherchiert, überlegt, auf später verschoben und nun endlich verwirklicht: ich habe einen Etsy Shop eröffnet.

http://www.etsy.com

Den Namen hat sich der BHE für mich ausgedacht: janasattic.

Ich verkaufe Antikes, Selbstgebasteltes und Bastelzubehör. Das Sortiment soll vielfältig und abwechslungsreich sein. In den nächsten Tagen wird das Angebot im Shop um viele selbstgebastelte Dinge erweitert werden. Also immer mal reinschauen, und: für Ideen und Feedback und auch Kritik bin ich dankbar.

Wünscht mir bitte Glück. Ich kann es brauchen..

Dankbarkeit

Der BHE hat immer noch keinen neuen Job gefunden und ich arbeite nur Teilzeit und verdiene nicht genug. Das sind nur einige der Sorgen, die uns plagen. Nun könnten wir in unserem Kummer und Frust versinken, uns gegenseitig das Leben schwer machen und auf alle neidisch sein, denen es besser geht. Uns würde auch nie der Gesprächsstoff ausgehen zum Thema: “Was wir uns nicht leisten können.” Und darüber würden wir vergessen, was wir uns leisten können und was mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist.

  1. Abends im Garten sitzen und die Sterne anschauen
  2. Gemeinsam kochen
  3. Wein, Kerzenschein und Musik im Wohnzimmer, ich im Abendkleid und der BHE im festlichen Hemd, wir tanzen in die Nacht mit Hunden und Katzen als Publikum
  4. Scrabble spielen und Nicht-Wörter bilden, bis uns vor Lachen die Seiten weh tun
  5. Gemeinsam ein Buch lesen (jeder liest abwechselnd ein Kapitel laut vor), im Moment: “The time travelers wife”
  6. Gartenschlauch-Wasser-Schlachten
  7. Ein heiβes gemütliches gemeinsames Bad
  8. Viele gute Gespräche
  9. Bei youtube “Biene Maja” anschauen
  10. Von der Zukunft träumen und Pläne schmieden

Das heisst nicht, das wir die Realität vergessen. Wir arbeiten daran, unsere Situation zu verbessern. Aber trotz aller unserer Probleme sind wir glücklich. Wir sind uns in den letzten Monaten sehr nahe gekommen. Haben viel über uns herausgefunden. Und eine Menge gelernt.

“It was the best of times, it was the worst of times . . .”

Charles Dickens “A Tale of Two Cities”

Ein Nachruf

12 Jahre Harry Potter sind vorbei. 12 Jahre lang hatte man immer etwas, worauf man gespannt sein und sich freuen konnte. Nicht nur Harry, Ron und Hermione, auch meine eigenen Kinder sind in diesen Jahren erwachsen geworden. Niemals vergessen werde ich, wie ich vor fast 10 Jahren gemeinsam mit meiner jüngsten Tochter “Harry Potter and the Sorcerer’s stone” im Original gelesen habe. Damals habe ich auch Nachhilfe in Englisch gegeben und habe es geschafft, meine Schüler zu motivieren, indem ich mit ihnen Teile aus den englischen Harry Potter Büchern übersetzt habe.

Eine Tradition in unserer Familie war, immer wieder von Neuem die Filme anzuschauen und die  Bücher zu lesen. Nie wurde das langweilig. Das bleibt uns ja auch. Aber es gibt eben nichts Neues mehr. Oder doch?! Wishful thinking. Immerhin läβt J.K. Rowling ja am Ende des allerletzten Bandes, in dem die Helden Eltern sind und nun ihren eigenen Nachwuchs nach Hogwarts schicken, zahlreiche Ansätze für viele neue zukünftige Stories offen.

Bellatrix Lestrange: You stupid elf! You could have killed me!
Dobby: Dobby never meant to kill! Dobby only meant to maim, or seriously injure!

Madam Pomfrey: „Well, he should have some chocolate, at the very least.“
Harry: „I’ve already had some. Professor Lupin gave me some.“
Madam Pomfrey : „Did he, now? So we’ve finally got a Defense Against the Dark Arts teacher who knows his remedies?“

Gedanken

Ich könnte ein wenig Glück gebrauchen. Nicht in der Liebe. Das habe ich schon. Vielleicht ist Glück nicht die richtige Wortwahl. Glücklich bin ich. Erfolg ist das, was fehlt. Erfolg bei der Jobsuche, bei auszuführenden Aktionen, Erfolg in unseren Bemühungen, uns nicht trennen zu müssen.

Die Groβmutter meines Mannes, eine weise Medizinfrau vom Stamm der Cherokee Indianer, pflegte zu sagen: “Everything happens for a reason”. Wir haben unsere Fehler gemacht, daraus gelernt, wir haben gekämpft, gesiegt, verloren, uns wieder aufgerappelt und nun, BITTE, sollte in unserem Leben eine positive Ruhe einkehren. Ruhe, kein Stillstand. Das Leben ist eine Reise. Man kommt nie wirklich an. Aber es sollte eine schöne erlebnisreiche Reise sein.

Dankbar bin ich

  1. Familie und Freunden, die mir Mut machen und mir zur Seite stehen
  2. unserem Vermieter, der uns angeboten hat, ihm bis Ende September nur die halbe Miete zu zahlen, damit wir wieder auf die Beine kommen
  3. das es bis jetzt immer irgendwie weiter gegangen ist und ich auf meiner Reise durchs Leben einen wunderbaren Reisepartner habe

Eine der Rosen in unserem Garten.

 

“Immer weiter
immer weiter geradeaus
nicht verzweifeln
denn da holt dich niemand raus
komm steh selber wieder auf!”

Nena “Wunder geschehn”

Ein wenig backen oder . . .

. . . ein Minikuchen.

Unter den mir von unserem Vermieter so zahlreich hinterlassenen Haushaltsgegenständen befand sich auch eine Minibackform. Und so kam ich auf die Idee, mir einen Mini-Schokoladenkuchen zu backen.

Der gelang sehr gut, wie man sehen kann. Er wird hübsch auf einer kleinen Untertasse angerichtet, mit Puderzucker bestreut und genüβlich verspeist.

Das erinnert mich an lange zurückliegende lustige Zwei-Damen-Kaffee-Kränzchen mit der damaligen Freundin meines Sohnes. Wir hatten die Angewohnheit, uns beim Bäcker ein einziges Tortenstück zu holen, es gerecht zu teilen und auf zwei Espressotellerchen anzurichten, dazu natürlich auch Espresso zu trinken, mit etwas Schlagsahne.

Den BHE amüsiert so etwas immer sehr, aber als ich dann mit meinem kleinen Teller auf der Couch sitze, gemütlich in meine Lieblingsdecke gekuschelt, nimmt er mich in den Arm und versichert mir, das meine ausgefallenen Ideen einer der vielen vielen Gründe sind, weswegen er mich liebt.

Dankbar für

  1. geliebt zu werden
  2. gute Erinnerungen
  3. und natürlich den gelungenen Minikuchen

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