Die Neue

Das nicht ordnungsgemäβe Funktionieren unserer Kamera lag nicht an der Unfähigkeit des Fotographen. Das muβten auch die Mitarbeiter von Radio Shack anerkennen und nach Űberprüfung der als Reklamation eingeschickten Kamera kam am Montag endlich der von mir sehnsüchtig erwartete Gutschein.

Ich habe mich so ans Fotografieren gewöhnt, das der Nicht-Besitz einer Kamera eine Art von Tragödie darstellt.

Gestern war mein freier Tag, ich stehe um 6.00 Uhr auf, versetze das Haus in Unruhe und versuche, den BHE aus dem Bett zu drängeln, der verschlafen aber verständnisvoll bemerkt, das ich mich schlimmer als ein Kind am Weihnachtsabend benehme.

Radio Shack macht um 10.00 Uhr auf. Da stehen wir schon vor der Tür. Ich habe bereits vorausschauend einen Preis-Leistungsvergleich betrieben. Da unsere finanzielle Situation nicht so rosig ist,  kann ich mich nur im Limit des Gutscheines bewegen, eine Zuzahlung geht nicht. Aber ich habe Glück. Die von mir ausgewählte Kamera von General Electric ist im Angebot, von 75 Dollar auf 69 Dollar heruntergesetzt.

Auf dem Nachhauseweg muβ ich den BHE vor Freude alle paar Meter boxen bis ihm das zuviel wird und er mich abkitzelt, was mich auf offener Straβe zum Kreischen bringt. Aber das fällt hier in der Gegend nicht sonderlich auf, einige Autofahrer hupen (Anerkennung?).

Und hier sind wir, die Neue und ich !!!

Ich verbringe den Rest desTages damit, alles im Haus zu fotografieren, und bin mit der Kamera sehr zufrieden. Eine Kiste voller ebay Artikel, die wegen der Nicht-Existenz guter detailgetreuer Fotos bis jetzt nicht gelistet werden konnten, kommen nun endlich zur Auktion.Der BHE kümmert sich derweil um die Küche und die restlichen aller häuslichen Pflichten.

Dankbar:

  1. das er kochen kann
  2. das er heute kocht
  3. und natürlich für die “Neue”

Mangoernte

Im Garten meiner kleinen Tochter steht ein Mangobaum. Und der hängt voller süβer reifer Früchte.

Aus Mangos kann man vieles zubereiten. Sie sind von Haus aus süβ und saftig, haben die Vitamine A, B, C, E sowie Selenium und auch Beta-Karotin. Ausserdem Magnesium, Potassium und Zink. Und auch ein wenig Protein.

Kultiviert wurde diese Frucht zuerst in Indien und Alexander dem Groβen (nicht unserem Kater sondern dem wirklichen Alexander) sind sie aufgefallen, als er mit seiner Armee nach Indien zog. Die Frucht hat also bereits Geschichte gemacht.

Roh essen mag ich Mangos nur, wenn sie noch sehr fest sind. Diese hier sind weich und saftig.

Deshalb kommen sie in den Mixer. Zugegeben wird nichts, kein Wasser und auch kein Zucker.

Das Püree (und hier versagt meine Kamera wieder, schade) kommt in die kleinen Tupperware Eisbehälter.

Und das Ganze kommt in den Tiefkühlschrank. Verwendet wird es dann als Fruchtsorbet, in Milchshakes und als Parfait. Und auch zwischendurch als kleines Eis-am-Stiel.

Dankbar für:

  1. den Regen heute Nacht
  2. dicke Regenwolken heute Morgen am Himmel
  3. ein Mango-Milchshake zum Frühstück

Regen

Es hat seit Wochen nicht mehr wirklich effektiv geregnet. Immer nur ein paar kurze Schauer. Alles ist schrecklich trocken. Die kleinen Kanäle, die Miami durchziehen, sind nur noch knietief voller Wasser. Und in den Everglades brennt es schon seit Wochen. Eine Gesamtfläche von ca. 57.000 Hektar ist bereits vollkommen niedergebrannt. Man kann den Rauch riechen und es hängen dunkle Wolken am Himmel.

Tagsüber ist es unerträglich heiβ. Die Sonne scheint nicht, sie brennt. Unseren groβen Staghornfern im Garten haben wir mit einem Sonnenschirm geschützt, weil die Sonne bereits einen Teil der vorderen Blätter verbrannt hat. Staghornferne gehören zur Sorte der Luftpflanzen und hängen und wachsen in Bäumen, vom Laubwerk geschützt. Unserer hing an einem Avocadobaum. Bis 2005 der Hurrikan Katrina kam. Der verwüstete Teile von Miami und fällte den Avocadobaum. Seitdem liegt Big George (so haben wir den Fern getauft), am Boden.

Ferne liegen nicht gerne am Boden. Wenn wir im Herbst noch hier sind, werden wir Big George auseinandernehmen und die vielen kleinen Ableger in den noch vorhandenen Bäumen im Garten aufhängen.

Dort können sie dann “artgerecht” wachsen und gedeihen. Bis zum nächsten Hurrikan. Der hoffentlich keinen groβen Schaden anrichtet. Man soll ja positiv denken.

Dunst ist die Welle,
Staub ist die Quelle!
Stumm sind die Wälder,
Feuermann tanzet über die Felder!

Dankbar für

  1. Klimaanlagen
  2. frische kühle Zitronenlimonade selbstgemacht mit Keylimes
  3. saftige Melonen

Ein wenig Knigge

Das Enkeltöchterchen übt sich fleiβig in der Kunst des Kommunizierens. Beliebtes Spiel beim Autofahren:

Enkelchen: “Daddy how are you?”
Daddy: “I am fine. How are you?”
Enkelchen: “Fine, thank you. Mommy how are you?”
Mommy: “I am fine. How are you?”
Enkelchen: “Fine, thank you. Grandma, how are you?”
Grandma (ich): “I am fine. How are you?”
Enkelchen. “Fine, thank you. Baby how are you?” Und weil Baby Junior noch nicht sprechen kann, sagt das Enkelchen mit piepsiger, verstellter Stimme:” Fine, thank you!”
Das ist der Moment, wo alle lachen müssen und das Enkelchen kichert. Und das ganze Spiel geht wieder von vorn los.

Neulich waren wir im Supermarkt. Ich stehe mit dem Enkelchen im Einkaufswagen vor dem Kühlregal, neben mir ein junger Mann. Das Enkelchen schaut ihn an und sagt laut, deutlich und freundlich: “Hi!! How are you?” Der Mann ist erst überrascht, sagt dann: “I’m doing great sweatheart, how are you?” Dann zu mir: “You’ve got one friendly little daughter.” Ich: “Actually, that’s my friendly little granddaughter!” Das hat ihm die Sprache verschlagen, er schaute mich an und nur ein einziges Wort kam ihm über die Lippen: “WOW!”

Dankbar für
1. diese vielen kleinen Glücksmomente
2. gestrige movie-night: “Harry Potter and the Philosopher’s Stone” zum x-ten Male
3. Milano cookies

Zufriedenheit

Gestern war ein Tag, an dem ich vom frühen Morgen an beschlossen hatte, nur glücklich und zufrieden zu sein. Zum Frühstück habe ich eine riesige Schüssel voller Melonenhäppchen genuβvoll verspeist.

Dann habe ich den Vormittag mit einem Buch im Garten verbracht. Auf Biene und Maja muβ sich dieses sich-gehen-lassen-Gefühl übertragen haben, anstatt wie sonst durch den Garten zu jagen und alles niederzutrampeln, lagen sie faul auf der Wiese.

Gegen Mittag habe ich ausgiebig geduscht und mir dann als Quark Ersatz Greek Joghurt mit Banane und etwas Honig gegönnt. Dazu frisch gepreβten Orangensaft.

Am Nachmittag muβte ich arbeiten. Auch hier beschlieβe ich, negative Dinge und Personen auszuschlieβen. Die Sonne strahlt durch die groβen Dachfenster und zwei Kunden knüpfen vor meinem Stand ein zartes Band: sie kommen ins Gespräch und sie ergreift die Initiative: “What’s your name?” Er strahlt: “Pierre. What’s yours?” Auch ihre Augen leuchten auf: “Jasmine. My name is Jasmine.”

Süβ !!! Wie im Kino !!!

Abends gibt es eine leichte Mahlzeit, Knoblauch und schwarze Oliven werden kurz angebraten, mit Pesto vermischt und das wird dann mit Parmesan über Spaghetti angerichtet.

Ich lese im Bett bis ich über meinem Buch einschlafe. Das passiert. Der BHE nimmt mir dann die Brille von der Nase, sammelt das Buch auf, plaziert alles auf dem Nachtisch und deckt mich zu.

Dankbar für:
1. romantische sms vom BHE
2. Sonne
3. den aromatischen Geruch von Knoblauch im Haus

 

 

“Do you love me because I am beautiful or am I beautiful because you love me . . . “