Die Handwerkerin

Voriges Jahr hatte ich einen kleinen Werkzeugkasten bekommen. Den benutze ich auch, hauptsächlich zum Basteln. Groβe und komplizierte Reparaturen im Haus muβ ich zum Glück nicht mehr selber machen, dazu habe ich den BHE und das ist nur einer der vielen Vorteile der ehelichen Gemeinschaft. Aber ich mag gerne mit ihm gemeinsam arbeiten, kleine Hilfeleistungen erbringen und einfach Zeit mit ihm verbringen, weil ich gerne mit ihm zusammen bin. Seine Meinung dazu: “Schatz, das ist ok, setz dich einfach mit deiner Tasse Tee zu mir und schau mir zu, das reicht doch.” Reicht mir aber nicht ! Und so habe ich angefangen, ihm zu helfen. Da tauchten die ersten Probleme auf. Der BHE verstreut sein Werkzeug in Haus und Garten und Screenroom und Werkzeugschuppen, ist mit diesem Vorgehen glücklich und findet auch komischerweise immer (oder fast immer) alles, was er grade braucht. Nun habe ich sein Werkzeug mitbenutzt und seitdem war er nicht nur immer auf der Suche nach bestimmten Teilen sondern musste auch meine Beschwerden anhören über Dreck und Schmiere an Hammer, Zange, Schraubenzieher und Co. Heute muss er offensichtlich mit seiner Geduld am Ende gewesen sein. Er sollte eigentlich nur Milch und Brot aus dem Supermarkt holen, und hat das auch getan, aber zusätzlich hat er mir bei seiner Heimkehr eine Tüte in die Hand gedrückt aus der folgendes zum Vorschein kam:

Da ist alles drin, was ich brauche. Und sogar die Farbe mag ich. Schon deshalb, weil sie Verwechslungen von vornherein ausschlieβt. Meine erste Amtshandlung war, mehrere Computer und Zubehör auseinanderzunehmen.

Und . . . ich habe nun endlich meinen eigenen Seitenschneider!

Dankbar für:

  1. meine kleine Werkzeugtasche
  2. Quark mit Erdbeeren
  3. Milka Schokolade
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Osterspaziergang

Eines der Gedichte, die ich nach wie vor auswendig kann. auch deshalb, weil ich es immer sehr mochte und immer noch mag:

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss in Breit‘ und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel;
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet Groß und Klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

Johann Wolfgang von Goethe
aus: Faust I, Vor dem Tor

Wieder mal: er kocht

Unsere Mahlzeiten waren in den letzten Wochen nicht sonderlich kreativ. Daher war der BHE gestern ordentlich einkaufen und hat, während ich in der Arbeit war,  sehr leckere Gerichte gekocht.  Da wir beide verschiedene Geschmäcker haben, hat er es auch darauf abgestimmt und zwar folgendermaβen:

für mich: Hühnerbrust mit Brokkoli, Pilzen, Zwiebeln und Käse überbacken

für ihn: Hühnerbrust mit Speckstücken, Jalapeños, Pilzen und Käse überbacken sowie spanischer Reis mit Tomatenstückchen.

Dazu gab es Salat und als Nachtisch ein Erdbeerparfait. Das habe ich dann nicht mehr fotografiert, weil ich es direkt vor die Nase gesetzt bekommen habe, als ich schon faul mit einem Buch auf der Couch saβ und keine Lust mehr hatte, mich aus meiner gemütlichen Ecke fort zu bewegen.

Dankbar für:

  1. kuscheln auf der Couch
  2. dass er gut kochen kann
  3. dass es Erdbeeren gibt

 “A good cook is like a sorcerer who dispenses happiness.”

Verkehrte Welt

In Miami  ist des öfteren mal alles so, wie es eigentlich nicht sein sollte. Daran haben wir uns nun schon gewöhnt. Der heutige Eintrag wird kurz, denn ich habe nicht viel Zeit, will aber das Auge des Betrachters mit folgenden Bildern erfreuen:

Und natürlich haben wir auch was dagegen, das Hosen nicht ordentlich hochgezogen werden. Da stellen wir gleich Schilder auf:

Die automatische Übersetzungsfunktion in meinem Dokument hat mich dann auch zum Schmunzeln gebracht:

„No, I didn’t work it out upside down, I never turned it around.“


Wir ziehen Sie um

Der blog von sweethomehialeah hat mich sehr beeindruckt. Weil er so treffend die Gegend beschreibt, in der wir wohnen. Und gelernt habe ich auch etwas: nicht nur die Kamera immer dabei haben, sondern immer EINSATZBEREIT dabei haben. Und belohnt wurde ich heute auch gleich, nämlich mit diesen “herrlichen” Fotos. So zieht man in Miami um!?

Wie man sehen kann, ist kein anderes Auto im unmittelbaren Bereich des “Umzugswagens” zu sehen. Jeder hielt vorsichtshalber gut Abstand. Ja, und ich weiβ, unsere Scheiben waren nicht gut geputzt.

Wieder mal Kochen

Am vergangenen Freitag hatte mich wieder mal die Kochlust gepackt. Ich hatte Lust, Zeit und die erforderlichen Zutaten.  Hauptbestandteile meines Gerichtes waren Süβkartoffeln, Yucca Wurzeln (auch als Kassava oder Maniok bekannt), Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und natürlich frischer Koriander, eines meiner Lieblingskräuter. Ich liebe den Geruch und den Geschmack und reibe gerne meine Finger an frischen Korianderblättern, weil das Aroma lange an der Haut bleibt und ich dann immer meine Finger an die Nase halten und tief einatmen kann. Warum hat eigentlich noch niemand Parfüm hergestellt, welches nach Knoblauch oder Koriander riecht?

Aber zurück zum Kochen. Es gab (von links nach rechts):

Zwergbananen, mit Honig glasiert und in Olivenöl ausgebacken, Süβkartoffeln, hauchdünn geschnitten und mit Salz und viel Pfeffer in der Pfanne gebraten, Hühnchen mit Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten (die Tomaten kochen dick ein und bilden den Bestandteil der Sauce) und im Vordergrund die Yucca-Wurzeln, das Ganze mit frischen Korianderblättern bestreut.

Die Yucca ist eine Power-Knolle, süβer und herzhafter als eine normale Kartoffel, enthält Eisen, Kalzium, Vitamine A, C, B1, B2, Protein und Ballaststoffe, senkt das Cholesterol,  aber auch die Süβkartoffel mit den Vitaminen E, A, C, K, B1, B2, B3, B5, B6, Kalzium und Zink kann sich durchaus sehen lassen.

Und weils so gut geschmeckt hat und so gesund war, gab es heute Mittag noch die Reste, ein wenig anders hergerichtet (grüne Bohnen, die sind etwas vom Gulasch überflutet, die restlichen Yucca Wurzeln und die gebackenen Bananen):

Und jetzt kommt mir natürlich auch der Louis Armstrong Song in den Sinn und schon hab ich einen Ohrwurm:

“You like potato and I like potahto, You like tomato and I like tomahto
Potato, potahto, tomato, tomahto, let’s call the whole thing off”

“Without the potato, the balance of European power might never have titled north.”

Michael Pollan

Wenn ich ein Vöglein wär . . .

. . . die Vogelmutter mit dem Ast im Schnabel habe ich ja schon vor einer Weile beobachtet. Ob es auch ihr Nest ist, welches ich heute morgen  in unserer Ficushecke gefunden habe, weiss ich natürlich nicht mit Bestimmtheit. Ich sass mit meinem Morgen-Kaffee auf den Stufen unserer kleinen Holzterrasse  und wurde nur auf das Nest aufmerksam, weil die kleinen Schreihälse solchen Krach machten.

Mit aufgesperrtem Schnabel piepsten die beiden Vogeljungen ununterbrochen nach ihrer Mutter. Aber die ganze Zeit, die ich dort im Garten mit Kaffeetrinken, Fotografieren und Vogel-Babies beobachten verbracht habe, liess sich Mama Vogel nicht sehen. Schade, ich hätte so gern gesehen, wie sie ihren Jungen das Futter in die Schnäbel stopft.

Das Nest war ganz oben auf der Hecke und ich wollte natürlich nicht so nah herangehen. Die Sonne schien mir genau in die Linse und trotz allem zoomen sind die Fotos nicht sehr scharf.

Wenn ich ein Vöglein wär‘
Und auch zwei Flüglein hätt‘,
Flög‘ ich zu dir.
|: Weil’s aber nicht kann sein,
Bleib‘ ich allhier.
2. Bin ich gleich weit von dir,
Bin ich doch im Traum bei dir
Und red‘ mit dir.
|: Wenn ich erwachen tu‘,|
Bin ich allein.
3. Es vergeht kein‘ Stund‘ in der Nacht,
Daß nicht mein Herz erwacht
Und dein gedenkt,
|: Daß du mir viel tausendmal,
Dein Herz geschenkt.

 

Dieses Lied mochte ich und mag ich noch immer sehr, habe es unzählige Male meinen drei Kindern vorgesungen und auch bereits meinen beiden Enkelchen. Aber auch das nachfolgende mag ich . . . wenn ich es auch keinem Kind, weder eigenen noch Enkeln, vorsingen werde.

Wenn ich zwei Vöglein wär‘
und auch nen Flügel hätt
spielt ich Klavier
Weils aber nicht kann sein,
weils aber nicht kann sein
Tri-ink ich ein Bier.

Dankbar für:

1.      die Vöglein im Garten

2.      einen erfrischenden Regen und ein Regenbogen am Nachmittag

3.      das ich mich  freuen kann

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