Ein Morgenspaziergang

Die meisten Montagmorgen verbringe ich bei meiner Tochter und dem neuen Enkelchen. Wir frühstücken gemeinsam und dann hat meine Tochter Zeit zur ihrer alleinigen Verfügung, während ich dem Enkelchen Lieder singe, ihn im Arm schaukel, seine Windeln wechsel und ihm Geschichten und alles, was mir so einfällt, erzähle.

Ich laufe zum Haus meiner Tochter. Das ist ein 30 minütiger Fuβmarsch, für einen Amerikaner unvorstellbar (man hat ja schlieβlich ein AUTO), für mich eine angenehme und relaxende Morgen-Fitness. Und das habe ich gestern auf meinem morgendlichen Weg zu meiner Tochter gesehen, mich daran erfreut und es im Foto festgehalten:

Und dankbar bin ich für:

  1. Naturschönheiten
  2. Morgensonne
  3. ein  Vögelchen, welches ich heute morgen im Garten beobachtet habe, wie es einen kleinen Zweig im Schnabel hatte und damit wegflog, um ihn in sein Nest einzubauen

Von der schwierigen Kunst . . .

. . . Schokolade zu essen.

Vor einer Weile kam ein Päckchen meiner Oma an. Da war unter anderem Schokolade drin. Ich bin ja selbst eine Grossmutter. Aber beim Auspacken des Päckchens war ich einfach nur wieder ein Enkelkind, welches sich über ein Päckchen der Oma freut.

5:15 Uhr

Ich sitze in der Arbeit. Es gelüstet mich nach Schokolade. Und natürlich habe ich Schokolade dabei. In meiner kleinen praktischen Kühltasche. Ich schaffe es, die Kühltasche aus dem Schrank zu holen und auf den Kassentisch zu stellen. Zum Auspacken der Schokoladentafel komme ich nicht. Eine Kundin kommt, will einen Katalog, schaut ihn an und erklärt mir, der wäre veraltet und sie will den neuen, den, den ihre Freundin auch hat. Es dauert eine Weile bis sie mir glaubt, das der Katalog ihrer Freundin veraltet ist und unserer der aktuelle und noch bis zum Monatsende gültig.

5:23 Uhr

Ich schaffe es, die Schokoladentafel aus der Kühltasche herauszunehmen. Zum Öffnen der Schokoladentafel komme ich nicht. Ein junges Mädchen schlendert an meinen Stand, schaut interessiert auf meine Schokoladentafel und dann auf die Auslage mit den Lidschatten. Ich lasse die Schokoladentafel schnell hinter dem Telefon verschwinden. Ist schliesslich Milka Schokolade. MEINE SCHOKOLADE! Die muss vor potentiellen Schokoladendieben und „kann-ich-ein-stück-abhaben“ Personen geschützt werden. Das Mädchen kauft nach langem Überlegen eine Lidschattenpalette und einen Lippenstift.

5:46 Uhr

Ich hole die Schokoladentafel aus ihrem Versteck, öffne sie, breche ein Stück ab und will es mir gerade in den Mund stecken, da kommen zwei fröhliche alte Damen. Sie wollen Lippenstifte und diverse andere Kosmetik, haben einen Katalog aus dem Jahre 2009 und sind nun verwundert, weil der nicht mehr aktuell ist und wir mittlerweile andere Preise haben. Aber ich trickse sie mit dem magischen Wort „Free“ aus: „Schauen sie, wenn sie diese Bodylotion kaufen möchten, dann gebe ich ihnen eine zweite ganz einfach so umsonst dazu.“ Das das von mir gar keine Groβzügigkeit ist sondern im neuesten Katalog so angeboten wird, wissen sie nicht, denn: sie haben ihn ja nicht. Sie sind beeindruckt und kaufen ordentlich ein.

6:32 Uhr

Die Schokoladentafel wartet immer noch in ihrem Versteck hinter dem Telefon. Ich schaue mich in alle Richtungen um. Niemand zu sehen. Ich greife hinter das Telefon und mache vor Schreck einen Luftsprung, weil es genau in diesem Moment klingelt. Und das sehr laut. Weil ich es immer auf die höchste Lautstärke stelle. Weil ich schwer höre. Am anderen Ende ist meine Chefin. Sie informiert mich, das unsere Bestellungen eingetroffen sind und wir ratschen ein wenig über unsere Enkelkinder. Omas halt.

7:10 Uhr

Ich greife erneut nach der Schokoladentafel. Nehme das bereits abgebrochene Stück und lasse mir die zarteste Versuchung langsam und genüsslich auf der Zunge zergehen.

“Save the earth.  It’s the only planet with chocolate.”

Ein Nachtisch

Mandarinen:

gelb, süβ und natürlich nicht mehr sehr gesund, wenn sie aus der Dose kommen. Aber ich habe wenigstens die „im eigenen Saft“ genommen anstelle der „in Sirup“.

Schlagsahne:

besteht aus Milch. Die hat Calcium. Das ist gesund. Auβerdem sieht sie weiβ und unschuldig aus. Und paβt so wunderschön auf die saftigen gelben Mandarinen.

Schokolade:

darf nie fehlen. Hat schlieβlich die beiden wichtigen Inhaltsstoffe Phenylethylamid und Anadamin. Die bewirken die Ausschüttung von Endorphinen. Und die machen glücklich. Und wer ist nicht gerne glücklich?! Die Schokolade verleiht in diesem Falle auch der schneeweiβen Unschluld der Schlagsahne eine gewisse Eleganz.

Hmmmm!!!! Schmeckt! Frisch! Fruchtig! Schokoladig!

“Life is uncertain.  Eat dessert first.”

Dankbar bin ich für:

  1. den Geruch nach frisch gemähtem Gras im Garten
  2. die Inkworld Bücher
  3. mein gemütliches Bett

The Wearin‘ o‘ the green

Richtig feiern konnten wir den St. Patrick’s Day nicht. The Field Irish Pub & Eatery in Miami hatte ihre Feierlichkeiten vorverlegt auf den vergangenen Samstag, da musste ich arbeiten. Gestern feierte niemand, weil es mitten in der Woche war. Und am nächsten Samstag ist alles vorbei. Aber unsere Wohnung haben wir ein wenig dekoriert.

Ich habe einen grünen Käsekuchen gebacken.

Unsere Katze Cleopatra, die jedes Jahr am St. Patricks Day Cle O‘ Kitty genannt wird, weigerte sich, einen Hut zu tragen und verkroch sich beleidigt unters Bett. Aber mein Kater Mr. Big Al war so freundlich, sich für ein Foto zur Verfügung zu stellen und hat sicher heimlich Freude daran gehabt, denn: „Sind wir nicht alle ein wenig irisch?“.

“For ‚tis green, green, green, where the ruined towers are gray,
And it’s green, green, green, all the happy night and day;
Green of leaf and green of sod, green of ivy on the wall,
And the blessed Irish shamrock with the fairest green of all.”

Dankbar für:

–          alle meine Erinnerungen an Irland

–          meinen Job

–          die heutige angenehm frische Meeresbrise

Alles Minis und viel Vitamine

Den heutigen Vormittag habe ich durchaus sinnvoll verbracht, und ich hatte sogar ein Thema: Miniaturen. Zuerst aber mal begann der Tag mit einem guten Frühstück, denn Vitamine sind wichtig.

Dann habe ich aus Wollresten eine Miniatur-Strick-Szene gebastelt.

Zum zweiten Frühstück gab es Kopfsalat in Milch mit etwas Zucker und Zitronensaft. Zum erstenmal seit Jahren drängte sich mir auf einmal die Frage auf, ob diese Art der Zubereitung von Kopfsalat auch auβerhalb unserer Familie jemandem bekannt ist. Und das musste ich googeln, bei http://www.chefkoch.de/rezepte/663511168252372/Suesser-Kopfsalat-auch-mal-als-Dessert.html habe ich auch etwas gefunden.

Weil ich irgendwie vom Thema Miniaturen so inspiriert war, habe ich aus einem kleinen Rest Hühnchenhackfleisch . . .

. . . einen „Mini-Hackbraten“, mit BBQ Sauce glasiert, gezaubert.

Und nicht genug mit dem „Minis“, der BHE hat mir ein Mini-Stativ für meine Kamera geschenkt, so dass ich sie jetzt nicht mehr auf Bücherstapeln, Honiggläsern und Plastikcontainern plazieren muss, um sie vor dem Verwackeln zu bewahren.

Somit habe ich am heutigen Vormittag nichts wirklich aufregendes getan, geschweige denn etwas wirklich sinnvolles, aber ich hatte Spass und man kann das auch aus dieser Sicht sehen:

„Nearly everything you do is of no importance,

but it is important that you do it.” Mahatma Gandhi

(Fast) Alles aus der Tüte

Gestern war ein „Tütentag“.

Es gab Hühnerbrust in Frühlingskräutersosse, dazu Rosenkohl, eine Handvoll Kartoffeln und Reis. Von der Hühnerbrust fehlt leider ein Stück, ganz am oberen Ende, das hat die Katze gefressen. Oder um genauer zu sein, eine unserer Katzen: Buddha, auch Bu-Kitty genannt. Ich war nur kurz im Arbeitszimmer um meinen Fotoapparat zu holen, da muss sie sich an die Pfanne rangeschlichen haben und als sie mich um die Ecke in der Küche biegen sah, hat sie Hals über Kopf die Flucht ergriffen. Eine Verfolgung und Bestrafung ist bei Buddha sinnlos, wenn sie nicht gefunden werden will, ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Aber trotz der Katzen-Attacke hat es gut geschmeckt.

Als gesunde Beilage gab es Salat mit Dillsosse . . .

. . . und als nicht so gesunden aber sehr notwendigen, erfrischenden und schmackhaften Nachtisch rote Grütze mit warmer Vanillesosse.

3 Dinge für die ich  dankbar bin (ich mag die Idee, denn wie oft ist man unzufrieden und erkennt die kleinen Dinge nicht. Sie aufzuschreiben zwingt nachzudenken und man erkennt, das es viele Kleinigkeiten gibt, wofür man dankbar sein kann und was man nie als selbstverständlich hinnehmen sollte.

1. frisches Mehrkornbrot vom Publix Bäcker

2. ein heiβer herzhafter duftender Schwarztee mit Kandiszucker und Whiskey

3. die Stimme meines Enkelchens am Telefon

Das Zitat zum angeknabberten Fleisch:

‘In a cat’s eye, all things belong to cats.”

Glück und Erdbeeren

Quark gibt es hier nicht. Das wissen wir schon. Aber es gibt greek yoghurt von Danone. Wenn man den schön lange glattrührt und dabei ein winziges bisschen Vanillezucker hineingibt,  nimmt er die Konsistenz und auch fast den Geschmack von Quark an.

Wenn man dann noch frische Erdbeeren dazugibt, weil es gerade Erdbeersaison hier in Florida ist, dann ist der Quark sozusagen veredelt . . .

Und wenn man dann noch ganz ungeniert und unverschämt das Ganze mit Schokoladenglasur versieht, dann ist das ein himmlischer Genuss.

Heute war mir so nach Frühling zumute, obwohl ja hier keine wirklichen Jahreszeiten passieren. Aber im Garten schien mir die Morgensonne ins Gesicht und es war so herrlich frisch.

Schneeglöckchen kling, Frühling uns bring,
bring uns den Sonnenschein, wacht auf ihr Blümelein,
Schneeglöckchen kling, Frühling uns bring.

Vöglein trara, sind wieder da,
bau’n sich ein Nestelein, für ihre Kinderlein.
Vöglein trara, sind wieder da.

Eine gute Idee, die ich von http://kleinegrosse.blogspot.com gemopst habe:

3 Dinge, für die ich heute dankbar bin:

1.      Die Morgensonne auf meinem Gesicht.

2.      Erdbeeren zum Frühstück.

3. Vorhin heisse Schokolade mit Schlagsahne.

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung in kleinen Dingen.“ Wilhelm Busch