Adventssonntag

Nun hat also die Adventszeit begonnen. Die soll ja besinnlich sein. Das ist allerdings schwer, denn irgendwie gehört zu Weihnachten und zum Advent einfach die echte Winterzeit mit möglichst Schnee dazu. Nun kann ich ja im Haus alles weihnachtlich schmücken und kann auch die Klimaanlage so kalt stellen, das ich im Wollpullover und mit dicken Socken rumlaufen muss und mir dabei einbilden kann, es ist Winter. Drauβen ist es im Moment ja auch ein wenig kalt, aber nicht wirklich, und da wir Fenster im Haus haben und da freundlich und warm die Sonne reinstrahlt und der Ausblick auf grüne Sträucher und Palmen fällt, muss man schon sehr viel Einbildung haben, sich Winter vorzugaukeln. Nun könnte man ja radikal Schneespray an den Fenstern einsetzen, allerdings ist die Schufterei, das dann nach den Feiertagen wieder abzubekommen, immer noch frisch in meiner Erinnerung obwohl es fast 16 Jahre her ist, als ich zum ersten- und letztenmal Schnee an meine Fenster gezaubert habe. Was kann ich also machen? Auch die Idee, sich in ein festlich geschmücktes Einkaufszentrum zu retten, klappt nicht, dort habe ich zwar keinen Blick nach drauβen, bin aber von Menschen umringt, die mit kurzen Hosen, Flip-Flops und Sommerbekleidung ihren Weihnachtseinkäufen nachgehen. Und auch ich bin ja nicht viel anders angezogen. Bleibt also nur der Teeabend. Dann ist es dunkel drauβen. Ich kann Kerzen anzünden, mir ein paar Winterbilder am Computer anschauen und Weihnachtsmusik hören. Und ein wenig Gedichte über den Winter lesen.

Erst eins . . .

. . . dann zwei . . .

. . . dann drei. . .

. . . dann . . . nee . . .  die vier gibt’s erst nächste Woche.

Ein winterliches Gedicht
Alexander Puschkin

Erst gesten war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.
Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.
Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.
Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder.
der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster stehn die Wälder.

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