Optimismus und Kartoffelknödel

Vielleicht sollte ich anfangen, wieder mal ein wenig von der Weisheit der Iren anzunehmen, die sich trotz aller Widrigkeiten, die ihre zauberhafte Insel in der Vergangenheit so zahlreich befielen, einen ganz liebenswürdigen Optimismus bewahrt haben.

Heute hatte ich einen Anfall von Selbstüberschätzung, ich dachte, so schwer kann es ja nicht sein, Kartoffelknödel selbst herzustellen. Ich fand auch ein ganz einfaches Rezept online, bestehend aus Kartoffelbrei, Mehl, Eiern, Gewürzen und Kräutern, ein wenig Muskat und Grieβ. Das alles zu einer festen Masse verkneten und dann die Knödel daraus formen.

Auf dem Teller sehen sie ein wenig unsymetrisch aus und geschmeckt haben sie auch nicht besonders, zu sehr nach Mehl und ein wenig matschig.

So bin ich noch unentschlossen, ob ich wieder zu den Fertigmischungen zurückkehren oder das ganze noch einmal etwas abgewandelt (mehr Grieβ? Ei? ????) versuchen sollte. Aber die Sauce, die war einfach toll. So cremig und würzig, bestehend aus Gemüsefond, Sherry und Honig.

Der weihnachtliche Plätzchenwettbewerb ging zu Gunsten meiner kleinen Tochter aus, die eindeutig die besseren Verzierungen hatte, aber geschmeckt haben alle gleich gut.

Und meine Kamera hat irgendwie angefangen, ein wenig Probleme zu bereiten, ich bekomme keine scharfen Fotos mehr. So dass mein Rotweinkuchen mit Buttercreme und die Staffelei meines Enkelchens etwas unscharf daherkommen. Sehr ärgerlich. Denn eine neue Kamera ist im Moment nicht grade im Budget.

Ich bin aufgrund der ständigen Temperaturschwankungen regelmäβig und ziemlich ununterbrochen verschnupft, so fiel mir dieses Gedicht ein:

Christian Morgenstern

Der Schnupfen

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse

und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.

Paul Schrimm erwidert prompt: „Pitschü!“
und hat ihn drauf bis Montag früh.

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Es weihnachtet

Ein frohes Weihnachtsfest ! Merry Christmas ! Feliz Navidad !

Und ganz speziell für jemanden: Nollaig chridheil agus Bliadhna mhath ùr!

Der Baum ist geschmückt, somit kann Weihnachten beginnen.

Mein kleines Miniatur-Weihnachts-Herz

und der kleine Schlitten vom vorigen Jahr, gefüllt mit allen unseren Kindern und Enkeln, in dem im nächsten Jahr dann mehr sitzen werden . . .

Vorfreude auf Weihnachten
Joachim Ringelnatz

Ein Kind – von einem Schiefertafelschwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat,
wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann noch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Weihnachtskekse

Am letzten Adventssontag habe ich endlich ein wenig backen geschafft. Um beiden Kulturen gerecht zu werden, gab es snickerdoodles, eine Art Kekse mit Sauerrahm und Zimt, hatte ich vorher noch nie gegessen aber sie haben gut geschmeckt und kommen auf die „wieder-mal-backen“ Liste.

Desweiteren habe ich mich an Vanillekipferl gewagt, allerdings war  der Teig etwas komisch, und ich habe dann anstelle der Hörnchenform einfach platte Kekse gemacht, die aber super geschmeckt haben. Anstelle von Zucker nehme ich beim Backen grundsätzlich Honig. Allerdings muss ich gestehen, das die Kekse meiner kleinen Tochter wesentlich präsentabler waren. Vielleicht mache ich ja in dieser Woche noch mal ein wenig bessere Weihnachtsbäckerei.

Noch einige Adventimpressionen: (die Bonbons iβt der BHE, ich mag die nicht)

Elise Hennek

Im Advent bei Kerzenschein
die Kindheit fällt dir wieder ein.
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
läßt Frieden strömen in unsere Herzen.
Des Jahres Hektik langsam schwindet
und Ruhe endlich Einkehr findet.
Ein Tag, er kann kaum schöner sein,
als im Advent bei Kerzenschein.

Das Liebesmenü

Diesen Roman von Erica Bauermeister lese ich nun schon zum drittenmal innerhalb eines Jahres.

Sehr gefühlvoll und warmherzig geschrieben, süss und sinnlich wie Schokolade, geht es hier hauptsächlich ums Kochen aber auch um verschiedene Menschenschicksale. Und alle erliegen der Magie des Kochens. Nach dem Lesen dieses Buches hat man (auβer Hunger) eine vollkommen veränderte Einstellung zum Kochen und Essen. Es treibt einen förmlich in die Küche, zwingt zum zelebrieren des Kochens, zum experimentieren mit Aromen, Geschmacksnuancen, Farben, Genüssen, zum Entdecken aller Geheimnisse. Das im Buch beschriebene Thanksgiving Menü habe ich im vorigen Jahr schon mit Erfolg nachgekocht. Das Nahrungsmittel auch Zaubermittel sein können, ist ja nicht wirklich neu, aber nicht jedem gelingt es, den Zauber wachzurufen und geschickt einzusetzen.

Der Hintergrund der Protagonisten wird in kleinen Kurzgeschichten beschrieben und am Ende des Buches bzw. Kochkurses hat jeder einzelne eine Verwandlung erlebt, ist verzaubert und auch geheilt. Das Buch ist einfach sehr zu empfehlen, es macht, wie bereits erwähnt, hungrig, aber auch nachdenklich und es weckt in jedem Fall die Lust aufs Kochen.

Und was gibt es schöneres, als an einem kalten Winterabend in Miami abends in einer Decke auf der Couch zu kuscheln, heiβen Tee zu trinken, die neueste Kreation von Milka zu schlemmern und „Chocolat“ anzuschauen, einer der Filme, den man immer wieder sehen kann und der auch, wie mein Roman, immer wieder aufs neue verzaubert.

„Each time I tell myself it’s the last time, but then I get a whiff of her hot chocolate . . . “

Luc Clairmont in “Chocolat”

Allerlei „Suppiges“

Wenn es kalt ist, kommen die Suppen ins Spiel. Sie gehören bei mir eindeutig unter die Kategorie comfort food. Und seit gestern ist es kalt, heute früh war es 1 Grad und die Tageshöchsttemperatur heute soll grade mal 14 Grad betragen. Da muss die Sonne aber heute noch fleiβig scheinen, wenn sie diese Temperatur schaffen will.

In eine Suppe darf nicht zuviel hinein und schon gar nichts „konserviges“.  Meine Zutaten bestehen aus: roten Linsen, gelben Erbsen, Bohnen, Möhren, Kartoffeln, Süβkartoffeln, Malanga, Petersilienwurzel, Rüben, Kräutern, Petersilie und frischem Koriander. Und natürlich Knoblauch und Frühlingszwiebeln. Die Brühe ergibt sich beim Kochen aus den Zutaten, ich benutze kein Suppenfleisch oder irgendwelche Trockenbrühen. Eine kleine Ausnahme macht die Hühnersuppe, da habe ich eine Hühnchenbrust ausgekocht um Brühe zu bekommen. Die Erbsen sind aber auch nicht aus der Dose, sondern TK. Die von mir zusätzlich verwendete Gewürzmischung „Kloster Mixtura“ besteht aus getrocknetem Basilikum, Dill, Petersilie, Majoran, Rosmarin, Lorbeer, Thymian. Liebstöckl, Estragon sowie Sellerie.

Und so haben der BHE und ich gestern wechselweise Gemüsesuppe mit gelben Erbsen . . .

. . . Bohnensuppe mit roten Linsen

. . . und Hühnersuppe in Teamarbeit gekocht, fotografiert, gegessen und dabei viel Spaβ gehabt.

Und hier noch etwas Weihnachtliches:

“If you see a fat man

who’s jolly and cute

Wearing a beard

and a red flannel suit

And if he is chuckling

and laughing away

While flying around

In a miniature sleigh

With eight tiny reindeer

To pull him along

Then lets face it

Your eggnog’s too strong!”

Adventssonntag

Nun hat also die Adventszeit begonnen. Die soll ja besinnlich sein. Das ist allerdings schwer, denn irgendwie gehört zu Weihnachten und zum Advent einfach die echte Winterzeit mit möglichst Schnee dazu. Nun kann ich ja im Haus alles weihnachtlich schmücken und kann auch die Klimaanlage so kalt stellen, das ich im Wollpullover und mit dicken Socken rumlaufen muss und mir dabei einbilden kann, es ist Winter. Drauβen ist es im Moment ja auch ein wenig kalt, aber nicht wirklich, und da wir Fenster im Haus haben und da freundlich und warm die Sonne reinstrahlt und der Ausblick auf grüne Sträucher und Palmen fällt, muss man schon sehr viel Einbildung haben, sich Winter vorzugaukeln. Nun könnte man ja radikal Schneespray an den Fenstern einsetzen, allerdings ist die Schufterei, das dann nach den Feiertagen wieder abzubekommen, immer noch frisch in meiner Erinnerung obwohl es fast 16 Jahre her ist, als ich zum ersten- und letztenmal Schnee an meine Fenster gezaubert habe. Was kann ich also machen? Auch die Idee, sich in ein festlich geschmücktes Einkaufszentrum zu retten, klappt nicht, dort habe ich zwar keinen Blick nach drauβen, bin aber von Menschen umringt, die mit kurzen Hosen, Flip-Flops und Sommerbekleidung ihren Weihnachtseinkäufen nachgehen. Und auch ich bin ja nicht viel anders angezogen. Bleibt also nur der Teeabend. Dann ist es dunkel drauβen. Ich kann Kerzen anzünden, mir ein paar Winterbilder am Computer anschauen und Weihnachtsmusik hören. Und ein wenig Gedichte über den Winter lesen.

Erst eins . . .

. . . dann zwei . . .

. . . dann drei. . .

. . . dann . . . nee . . .  die vier gibt’s erst nächste Woche.

Ein winterliches Gedicht
Alexander Puschkin

Erst gesten war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.
Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.
Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.
Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder.
der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster stehn die Wälder.

Weihnachtslandschaft

Meine kleine Weihnachtsmann-Landschaft ist fertig.

Santa ist erstmal ganz gut gelungen . . .

. . . aber . . .

als er aus dem Ofen kommt, ist seine Bommel etwas angebrannt. Ich hatte vergessen, die Temperatur herunterzustellen.

Alles weitere geht problemlos, anmalen, mit Nagellack überlackieren . . .

fertig :

Dann geht es an das Basteln vom Schlitten. Ich habe es geschafft, mir während dieses ganzen Vorganges NICHT in den oder die Finger zu sägen.

Der Schlitten ist zusammengeleimt, fertig und ich kann mir natürlich das crackeln nicht verkneifen, also wird er mit Leim angestrichen, dann eine hellere Farbschicht drüber und das Ergebnis sieht dann so aus:

Am Abend bastel ich noch kleine Geschenkpakete, die auf den Schlitten kommen und male einen Tannenzapfen weiβ an.

“Our hearts grow tender with childhood memories and love of kindred, and we are better throughout the year for having, in spirit, become a child again at Christmas-time.”

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