Daheim arbeiten oder in der Arbeit daheim sein

Wenn ich von Freunden oder Bekannten gefragt werde, was ich denn beruflich mache und ich sage: „Ich arbeite daheim“, dann kommt erst mal ein neidisches: “Ach du hast es aber gut”. Hab ich das wirklich? Erstmal, ich habe drei jobs: ich schreibe kleine Artikel und blogs nach Auftrag, habe einen bookstore bei ebay und erledige diverse Büroarbeiten für den Chef meines Mannes. Daheim arbeiten heisst, ich kann morgens im Schlafanzug meine emails abrufen und die ersten Telefonate führen.

Kann am Computer frühstücken oder mich mit dem Laptop und einer Tasse Kaffee in den Garten oder in mein neues Paradies, den screenroom, setzen. Kann nebenbei die Hunde kraulen, Katzen auf dem Schoss haben, schnell mal bei facebook reinschauen, kurz ein paar Bilder im photoshop bearbeiten, ein zufällig gefundenes Rezept kopieren, merken, das mir einige Zutaten zum Kochen fehlen und spontan zum Supermarkt laufen, um diese zu besorgen. Ich kann schnell die Waschmaschine voll laden, einen Braten in den Ofen schieben und mir die Haare färben oder meine Fussnägel lackieren. Sieht ja niemand, wenn ich die Füsse zwecks Nagellack trocknen auf dem Schreibtisch balanciere und dabei ein Handtuch um die Schultern habe, damit mir die gerade aufgetragene Haarfarbe nicht auf die Bluse tropft. Alles das, was man eigentlich in der wenigen Freizeit NACH der Arbeit erledigt, das mach ich so nebenbei WÄHREND der Arbeit. Aber, ich höre auch eigentlich nie auf zu arbeiten. Ideen für einen Artikel oder einen blog kommen nicht zwischen 8.00 und 16.00 Uhr. Die vielen mal-kurz-dazwischen-schieben Dinge verschieben auch meinen Arbeitsablauf. Wenn ich abends beim Tee sitze und mir kommt ein guter Gedanke, dann schreib ich den schnell auf. Wenn ich den ganzen Tag lang überlegt habe, wie ich am besten ein Buch beschreibe und es attraktiv für den Verkauf vorbereite und der Geistesblitz kommt kurz vor dem Zu-Bett-Gehen, dann wird er auch noch schnell in die Tat umgesetzt. Und wenn ich mein Enkelchen betreue und dabei nicht so richtig zum Arbeiten komme, dann muss ich das am späten Abend wieder aufholen.

Ich habe viele Jahre meines Lebens in der Őffentlichkeit gearbeitet, mit Menschen, gegen Menschen, mich der Konkurrenz und allen anderen An- und Unannehmlichkeiten gestellt. Ich muss mir nichts mehr beweisen. Ich hab auch kein Problem damit, mehr Zeit als früher am Kochtopf zu verbringen.

Ja, ich habs gut und dafür bin ich dankbar.

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