Versuchung

Am Montag hatte ich leichte Krankenschwester- und Haushaltshilfe Dienste zu leisten, da meine Tochter von der im Moment grade wieder umgehenden Grippe gepackt war. Also trat ich an zum Tee kochen, Betten machen, Mittagessen vorbereiten und natürlich babysitting vom Enkelchen, das Beste an der ganzen Aktion. Als beide Mädels versorgt waren, das Grosse zufrieden zum Genesungsschlaf eingeschlummert und das Kleine zum Mittagschlaf, lehnte auch ich mich bequem mit einer Tasse Kaffee im Sessel zurück und nahm nur so aus Neugier und weil es grade auf dem Tisch lag, das iPad meiner Tochter in die Hand. Ich flippte durch die Anwendungen, entdeckte, das es ganz nett ist, ein ebook zu lesen und die Animation zum Umwenden der Seiten auch irgendwie faszinierend, fand, es ersetzt trotzdem nicht das Lesen eines RICHTIGEN Buches, zumindest nicht für mich, war ein wenig beeindruckt aber dachte, das ich für sowas nun wirklich kein Geld ausgeben muss . . . und dann . . . entdeckte ich das ArtStudio. Mein erster Gedanke (na ja ne bischen aufgemotzte Version von paint) wurde schnell verworfen, denn . . .  man kann hier WIRKLICH MALEN !!!!  Beginnend mit der Option, seine Leinwand aus drei verschiedenen Gröβen auswählen zu können geht es weiter mit dem Angebot von 25 verschiedenen Pinseln, dem fast exakten Mischen von Farben, 5 Ebenen (ähnlich wie im Photoshop), der Möglichkeit, Farben ineinander verlaufen zu lassen oder zu verwischen, ein-und auszoomen bis hin zur 3D Darstellung. Gemalt wird mit den Fingern somit ist eine Präzision möglich, die mit einer Maus einfach nicht zu erreichen ist. Um es gleich vorweg zu sagen, ich male leidenschaftlich gern mit richtigen Farben und einem Pinsel, habe gerade mit Acrylmalerei angefangen, und das werde ich auch nicht aufgeben. Aber hier gibt es keine schmutzigen Pinsel, ich muss mich nicht beeilen weil sonst meine Farben austrocknen, ich kann bei kleinen Fehlern oder Nicht-Gefallen meine Schritte rückgängig machen und muss nicht erst meinen Fehler auf der Leinwand mühsam auskratzen . . . keine Katze versucht aus meinem Becher mit Wasser für die Pinsel zu trinken, kurz, ich war völlig im Bann dieses Programms und malte, alles um mich herum vergessend, bis mich die Stimme meiner Tochter aus meiner Verzauberung riss: „Mom? Du bist ja noch hier? Wie spät ist es denn?“

Ich hatte vollkommen die Zeit vergessen. Es war später Nachmittag. In Windeseile machte ich mich auf den Heimweg, unterwegs meinen Chef anrufend und Entschuldigungen stammelnd (Tochter krank etc.) warum ich keine seiner emails gecheckt und beantwortet hatte, meinen Mann anrufend, das er mit nicht so grossem Hunger heimkommen sollte, weil ich erst zum Supermarkt muss und dann erst heim und kochen, ach und ja, noch schnell zur Post . . .  und, ich weiβ, there is no Santa Claus . . . aber, ich mag soooo gern ein iPad !

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