Tagesablauf einer Katze

Es ist 5 Uhr morgens, warum ist noch keiner wach ????

Warte darauf, das Mensch aus der Dusche kommt, so dass ich in selbige pinkeln kann.

Musste leider aus meiner eigenen Schüssel fressen, auf dem Tisch war kein Essen zum Klauen.

Mensch sitzt wieder mal am Computer. Werde mich aufs Keyboard legen, das mag er nicht.

Musste kurz auf dem Sofakissen ein Fellbällchen auskotzen.

Habe versucht herauszufinden, wie lang eine Klopapierrolle ist.

Mensch erwartet von mir, Fliegen und Käfer zu fressen. Was bin ich, ein verdammter Kammerjäger?

Habe eben den Käse von einer Scheibe Brot entfernt. So bleibt Mensch schön schlank.

Warte darauf, das Mensch sich ins Bett legt, so dass ich ihm die Fussohlen abschlecken kann. Ist er eingeschlafen, lege ich mich auf seinen Rücken – das hindert ihn daran, sich in der Nacht unkontrolliert zu bewegen.

„Bei Katzen, sagt man, gilt der Rat
Sprich erst,wenn sie gesprochen hat
Ich selbst jedoch halt nichts davon
Die Katzen grüßen soll man schon
nur denk daran zu jeder Zeit
Sie hält nichts von Vertraulichkeit
Verbeug dich tief, geh auf sie zu

und sag zu ihr: „Oh Katze, du“

Die Rose

Tee und mein Giraffenbuch, sowie meine kleine Rose, die mich immer wieder mit einer neuen kleinen Blüte überrascht. Die Rose hat ihren Stammplatz auf dem Fensterbrett im Arbeitszimmer, aber wenn ich mir eine gemütliche Ecke zum Entspannen suche, nehme ich sie immer mit und stelle sie so hin, das ich sie ansehen kann.

„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …“

„Ich bin für meine Rose verantwortlich …“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Ich bin im Moment ein wenig unmotiviert, somit wird dieser Eintrag auch nur ein kleiner. Werde mich bemühen, meine Schaffenskraft wiederzugewinnen *grins*.

Zeit

Ich schreibe einen Brief an meine Grossmuter. Damit beginne ich am frühen Morgen damit ich ihn noch am Vormittag zur Post bringen kann. Ich schreibe gerne Briefe. Und es ist schön wenn man jemandem im Zeitalter der emails und sms’s noch einen Brief schreiben kann. Ich bin noch im Besitz von richtigem Briefpapier und es dauert eine Weile, bis ich mich für eine Sorte entscheiden kann. Fotos vom Enkelchen, also ihrem Ur-urenkelchen will ich auch noch reinlegen, also suche ich durch meine Fotodateien und drucke ihr einige nette Fotos aus.

Jetzt aber auch mal schnell eine Frühstückspause. Nur Butterbrote und Salat, und natürlich Kaffee.

Weiter geht’s, ich schreibe. Das dauert ein Weilchen, ich hab ja immer viel zu erzählen und der Brief soll auch in einer sauberen Handschrift geschrieben sein, darauf legt meine Grossmutter Wert und ich auch, den Ehrgeiz hab ich. Nach einem ersten Durchlesen werden Teile des Textes verworfen und nun muss der Brief noch einmal neu begonnen werden, da man ja nicht wie am Computer einfach die del Taste benutzen kann. Mittlerweile ist es Zeit für eine kurze Mittagspause und die Hunde müssten auch mal raus zum Gassi gehen.

Nun werde ich ein wenig panisch, es geht auf den Nachmittag zu und der Brief ist noch nicht fertig. Der geht ja dann wohl heute nicht mehr zur Post. Dann mach ich das eben morgen gleich als erstes. Aber fertig werden muss der Brief HEUTE. Nach reiflichem Nachdenken und einigen Umfomulierungen schaffe ich das auch, ich bringe den Brief ordentlich und leserlich zu Ende. Da unser Arbeitszimmer in den letzten Wochen einige Male umorganisiert wurde, finde ich nicht gleich mein kleines rotes Notizbuch mit der Adresse meiner Grossmutter. Nach langem Suchen, wobei ich einige andere, auch bereits vermisste Dinge finde, taucht auch das Notizbuch auf. Nun schnell die Adresse in Schönschrift auf den Umschlag, Fotos noch mal kurz anschauen (ist das Enkelchen nicht ein süsser kleiner goldiger Fratz??!!), Fotos in den Briefumschlag stecken, zukleben, Marken drauf, FERTIG !!! Es ist später Nachmittag, um genau zu sein, es ist 16:24 Uhr. Aber mein Brief ist fertig und ich bin erleichtert, das ich es geschafft habe.

Ich habe einen ganzen Tag damit verbracht, einen Brief zu schreiben. Genauso wie die Gräfin, an deren Geschichte Parkinsons erstes Gesetz bewiesen wird: Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. (Work expands [so as] to fill the time available for its completion.)

Alltägliches

Ein ganz normaler Samstag: ich habe die Spielsachen meines Enkelchens gewaschen, unter anderem die Quietsche-Entchen-Sammlung

mich bei einer Kaffeepause an dieser herrlichen Blüte erfreut

ebenso an dieser, von der ich nicht weiss, was für eine Pflanze das ist, die wuchs wild im Garten und ich habe ein paar in Töpfe gesetzt

dann habe ich Rouladen gekocht, mit Sosse, die wider Erwarten sehr gut geworden sind

und ich war kurz bei Big-Lots und habe einige Schätze gefunden: Hengstenberg Senf, Bruschetta und Fischfilet.

Ich werde mir jetzt  eine Pizza machen, die nur aus Bruschetta und Mozarella besteht und einen Salat, als Nachtisch Vanilleeis mit frischen Erdbeeren und Schokosauce.

„Wer nicht richtig faulenzen kann, der kann auch nicht richtig arbeiten.“

Schnäppchen

Am Samstag war Yard-Sale Vormittag. Eigentlich waren wir wie immer auf der Suche nach Büchern oder anderen Dingen zum Weiterverkauf, aber diesmal war uns das Glück hold und wir bekamen für 25 $ diesen netten kleinen Schrank, der nur einen neuen Anstrich braucht sowie einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer

zwei hüsche Windlichter für insgesamt 4 $ die in den screen room kommen

und damit das Geschäft nicht ganz zu kurz kommt, diesen Stapel Bücher für 2 $ pro Buch, die werden bei ebay weiterverkauft

Ansonsten war es ein „faules Wochenende“, wir haben gelesen, Musik gehört, dem Regen gelauscht, den wir in reichlichen Mengen beschert bekamen, uns von Melonen, Bananen, frischem O-Saft und Chocolate Chip Cookies ernährt und Abends war Movienight angesagt, bis spät in die Nacht waren wir lost in „Lost“.

Versuchung

Am Montag hatte ich leichte Krankenschwester- und Haushaltshilfe Dienste zu leisten, da meine Tochter von der im Moment grade wieder umgehenden Grippe gepackt war. Also trat ich an zum Tee kochen, Betten machen, Mittagessen vorbereiten und natürlich babysitting vom Enkelchen, das Beste an der ganzen Aktion. Als beide Mädels versorgt waren, das Grosse zufrieden zum Genesungsschlaf eingeschlummert und das Kleine zum Mittagschlaf, lehnte auch ich mich bequem mit einer Tasse Kaffee im Sessel zurück und nahm nur so aus Neugier und weil es grade auf dem Tisch lag, das iPad meiner Tochter in die Hand. Ich flippte durch die Anwendungen, entdeckte, das es ganz nett ist, ein ebook zu lesen und die Animation zum Umwenden der Seiten auch irgendwie faszinierend, fand, es ersetzt trotzdem nicht das Lesen eines RICHTIGEN Buches, zumindest nicht für mich, war ein wenig beeindruckt aber dachte, das ich für sowas nun wirklich kein Geld ausgeben muss . . . und dann . . . entdeckte ich das ArtStudio. Mein erster Gedanke (na ja ne bischen aufgemotzte Version von paint) wurde schnell verworfen, denn . . .  man kann hier WIRKLICH MALEN !!!!  Beginnend mit der Option, seine Leinwand aus drei verschiedenen Gröβen auswählen zu können geht es weiter mit dem Angebot von 25 verschiedenen Pinseln, dem fast exakten Mischen von Farben, 5 Ebenen (ähnlich wie im Photoshop), der Möglichkeit, Farben ineinander verlaufen zu lassen oder zu verwischen, ein-und auszoomen bis hin zur 3D Darstellung. Gemalt wird mit den Fingern somit ist eine Präzision möglich, die mit einer Maus einfach nicht zu erreichen ist. Um es gleich vorweg zu sagen, ich male leidenschaftlich gern mit richtigen Farben und einem Pinsel, habe gerade mit Acrylmalerei angefangen, und das werde ich auch nicht aufgeben. Aber hier gibt es keine schmutzigen Pinsel, ich muss mich nicht beeilen weil sonst meine Farben austrocknen, ich kann bei kleinen Fehlern oder Nicht-Gefallen meine Schritte rückgängig machen und muss nicht erst meinen Fehler auf der Leinwand mühsam auskratzen . . . keine Katze versucht aus meinem Becher mit Wasser für die Pinsel zu trinken, kurz, ich war völlig im Bann dieses Programms und malte, alles um mich herum vergessend, bis mich die Stimme meiner Tochter aus meiner Verzauberung riss: „Mom? Du bist ja noch hier? Wie spät ist es denn?“

Ich hatte vollkommen die Zeit vergessen. Es war später Nachmittag. In Windeseile machte ich mich auf den Heimweg, unterwegs meinen Chef anrufend und Entschuldigungen stammelnd (Tochter krank etc.) warum ich keine seiner emails gecheckt und beantwortet hatte, meinen Mann anrufend, das er mit nicht so grossem Hunger heimkommen sollte, weil ich erst zum Supermarkt muss und dann erst heim und kochen, ach und ja, noch schnell zur Post . . .  und, ich weiβ, there is no Santa Claus . . . aber, ich mag soooo gern ein iPad !

Märchenhaft

Die Brezn heiβt hier in Amerika ganz stolz Pretzel. Ich finde, das hört sich genauso doof an wie sie auch schmeckt. Die beiden einzigen Orte in Miami, wo es richtig gute (weil bayrische) Brezn gibt, sind das „Hofbräuhaus Miami“  und meine gute Bäckerei in Fort Lauderdale. Beide in „nur“ ca. 30 bzw. 45 Minuten zu erreichen, wenn der Verkehr gut ist und man gleich einen Parkplatz findet. Da es mich, wie Rapunzels Mutter nach dem Salat, nun so unheimlich nach frischen Brezen gelüstete, und ich meinen Ehemann nicht der Gefahr aussetzen wollte, einer bösen Zauberin in die Hände zu fallen, beschloss ich, meine eigenen Brezn herzustellen. Solche Experimente meinerseits miβlingen allerdings öfter, als sie gelingen und das Endprodukt sieht in den wenigsten Fällen so wie das schicke Foto im Back- oder Kochbuch aus.

Aber, ich wollte Brezn, ganz frisch und warm und mit Butter und einer Tasse Kaffee. Also suchte ich mir als erstes eines der vielen im Internet vorhandenen Rezepte aus. Eigentlich hörten sie sich alle ganz leicht an. Ein ganz normaler Hefeteig wird nach dem Aufgehen in die gewünschte Form gebracht, die Teile werden in heiβer Lauge kurz aufgekocht und dann gebacken. Das kann ja nicht so schwer sein.

Nun habe ich an den in deutschen oder besser bayrischen Landen angebotenen Brezn aber doch ein wenig Kritik zu üben. Ich dachte mir immer, es wäre schön, wenn die Brezn anstatt so dunkelbraun von einer ganz sanften honigbraunen Farbe wären und auch das Salz fand ich überflüssig, eigentlich auch lästig, denn ich musste es immer erst vor dem Essen von der Brezn runterkratzen. Und die ganz dunkelbraunen trockenen dünnen Enden, auf die ganz einfach keine Butter passte, die mochte ich auch noch nie. Am besten wäre es, wenn eine Brezn nur aus dem komplett leckeren Mittelteil bestünde. Aber dann wäre es ja keine Brezn mehr. Da ich nun als selbst ernannte Bäckermeisterin die alleinige Macht besaβ, meine Brezn ganz nach meinem Geschmack herzustellen, lieβ ich als erstes mal das Salz weg, nur in den Teig kam eine ganz kleine Prise. Und ich formte auch keine Brezn sondern gleichmäβige Teile, etwas dicker als Laugenstangen. Und dann stand ich die ganzen 25 Minuten Backzeit vor meinem Ofen und als die Brezn, sorry: das oder die Laugengebäck(e), anfingen, schön aufzugehen und eine noch schönere, von mir immer erträumte honigbraune Farbe annahmen, tanzte ich wie Rumpelstilzchen in meiner Küche herum, vor Freude immer wieder ausrufend: „Oh wie sind die schön, die sind tatsächlich was geworden!“. Und das waren sie. Absolut perfekt und diesmal viel schöner als das Foto im Rezept. So etwas ist mir in meinem ganzen Leben noch nie gelungen!

Auch beim Aufschneiden kann man sehen, sie sind vollkommen durchgebacken, zart und knusprig. Die Salzbestreuung, die hatte ich ja wie gesagt weggelassen, aber eine ganz leicht gesalzene Butter als Aufstrich, die macht sich gut.

Auch der Katze schmeckts, wie man sieht. Es lebe die Vollkommenheit !

Leider aber schlemmert man bei Laugengebäck auch jede Menge banale Kalorien aus Stärke und Zucker, die, da aus Weisenmehl, nicht langanhaltend sättigen, sondern sich bei regelmäβigem Verzehr auf die Hüften legen! Also wird es die leckeren Stangen nur ab und zu geben.

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