Morgens früh um sechs

Morgens früh um sechs
kommt die kleine Hex.
Morgens früh um sieb’n
schabt sie gelbe Rüb’n.
Morgens früh um acht
wird Kaffee gemacht.
Morgens füh um neun
geht sie in die Scheun‘

Morgens früh um zehn
holt sie Holz und Spän‘.
Feuert an um elf,
kocht dann bis um zwölf.
Fröschebein und Krebs und Fisch,
hurtig Kinder, kommt zu Tisch!

Es gab eine Zeit, da habe ich das Bedürfnis gehabt, in meinem Leben immerzu etwas verändern zu müssen. Jetzt brauche ich die absolute Routine. Ich mag es nicht, wenn mein Tagesablauf durcheinander gebracht wird. Ich begrüβe den neuen Tag, indem ich mit Schlafanzughose und T-Shirt durch meinen Garten laufe und dabei meine erste Tasse Kaffee trinke. Am Gras und an den Pflanzen und Blumen hängen noch die Wassertropen vom Tau und vom Rasensprenger und die Morgensonne, die noch angenehm warm ist, bevor sie im Laufe des Tages brennend heiβ wird, bringt alles zum Glitzern. Biene und Maja springen im Garten herum, verrichten ihr Morgengeschäft und jagen die vielen kleinen Geckos. Der Tag geht weiter mit duschen, anziehen, frühstücken, alle emails und ebay checken. Staubsaugen und Wischen (muss man leider jeden Tag, wenn man so viele Tiere hat), dann der tägliche Gang zur Post und zum Supermarkt. Fast immer habe ich eine Kernzeit von ca. 10.00 bis 15.00 Uhr, in der ich wirklich arbeite und nur kurz gegen Mittag einen kleinen Snack habe. Um 15.00 Uhr fange ich an zu kochen und zu backen (ja, backen, David bekommt jeden Tag einen Kuchen oder wenigstens frische Brownies). Wenn er einen langen Tag hat, muss ich alleine essen und er bekommt es (leider) dann abends in der Mikrowelle warmgemacht, kommt er pünktlich, dann essen wir gemeinsam so gegen 17.00 Uhr, kuscheln auf dem Sofa, spielen ein wenig „Animal Crossing – City Folk“ (haha ich hab mich geoutet . . .), hören Musik und berichten uns gegenseitig unsere Tageserlebnisse.

Während David dann ein wenig „Allein-Zeit“ hat, gehe ich im Garten Unkraut zupfen, gieβe alle Blumen und Pflanzen, topfe mal was um und wurschtel so ein wenig hier und ein wenig da. Genauso wie ich den Sonnenaufgang am Morgen mag, fasziniert mich die Dämmerung am Abend, wenn die Sonne weg ist und ein frischer Wind weht und man manchmal sogar die Meeresluft riechen kann. Ich spiele mit dem Gartenschlauch und freue mich über die Wasserfontaine, die in elegantem Bogen auf die Blumen und Pflanzen niedersprüht und die ich hin- und herschwenken kann.

Manchmal arbeite ich abends dann noch so ein bis zwei Stunden, bevor ich mich mit Tee und Buch gemütlich in eine Ecke verziehe und den Tag ausklingen lasse. Und wenn wir dann zusammengekuschelt im Bett liegen, fragt David mich manchmal: „Kann es sein das wir uns wie alte Leute benehmen?“ Ich weiβ es nicht. Ist mir auch egal. Ich bin endlich zur Ruhe gekommen und dafür bin ich dankbar.

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