Abwarten und Tee trinken

„Man trinkt Tee damit man den Lärm der Welt vergisst.“ Sagt ein chinesisches Sprichwort. Und das stimmt. Allerdings muss man es auch nicht übertreiben so wie Boy George, der in einem Interview gesagt haben soll: „Sex? Eine Tasse Tee ist mir lieber.“

Ich bin eigentlich kaffee-süchtig. Ohne Kaffee am Morgen geht bei mir gar nichts. Kaffee, und davon viele viele Tassen, heiss, stark und schwarz ist das Benzin, das meinen Motor zum Laufen bringt. Und zum Aus- und Abschalten, da kommt dann der Tee ins Spiel. Tee kocht man nicht, Tee bereitet man zu. Kaffee trinkt man. Tee geniesst man (oder Frau). Mein Ritual ist es, am Abend beim Tee den Tag ausklingen zu lassen. Ich suche mir einen Platz in der Wohnung, der mir am gemütlichsten erscheint und der meiner momentanen Stimmung entspricht.

Es kann auch vorkommen, das ich mich mit meinem Tee ins Bett verziehe, mir meine kleine Leselampe anmache und mich in mein Sonnenblumenkissen kuschel, natürlich immer mit einem Buch und einer Katze am Fussende sowie Biene und Maja unter dem Bett.

Während ich mich um Buch und Tee selbst kümmern muss, arrangiert sich meine Audienz ohne mein Zutun. Sobald ich anfange, Tee zu kochen und mir einen netten Platz auszusuchen, ist mir Biene dicht auf den Fersen. Maja spart sich das, die liegt auf der Couch und wartet. Hat Biene rausgefunden, wo ich mich an diesem Abend niederlasse, rennt sie zu Maja und stubst sie mit der Nase an. Wo immer ich mich auch niederlasse, da liegen sie dann beide hingebungvoll mir zu Füβen. Verziehe ich mich ins Bett, kommen sie beide und kriechen unter das Bett. Da hört man sie dann grunzen und schnorcheln (warum sie das tun obwohl sie doch Hunde sind, habe ich noch nicht herausbekommen, könnte es Wohlbehagen bedeuten?) und ab und zu schlägt Biene ihren Schwanz zwischen Fussboden und Bettuntergestell auf und ab, das hört sich wie eine kleine Trommel an. Die Katze entspannt weitaus stilvoller, sie erscheint irgendwann, nimmt ihren Platz ein und verdreht sich in einer Katzen-Yoga-Pose.

Weitere Ruheoasen in unserem Häuschen (Zen-Orte) sind mein Schaukelstuhl,

die Couch und mein sooooo bequemer grüner Lesesessel, der von mir und meinem Enkelchen geliebt und auch nur von mir und meinem Enkelchen benutzt werden darf. Meine kleine Enkeltochter liebt diesen Sessel aus dem gleichen Grund wie ich, sie kuschelt sich da mit ihrer Milchflasche rein, wenn sie müde wird, streckt sich, entspannt und schläft ein.

„Die Göttin hat mir Thee gekocht, und Rum hineingegossen.

Sie selber aber hat den Rum ganz ohne Thee genossen.“

Heinrich Heine in „Deutschland. Ein Wintermärchen“

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