Please Mr. Postman

Also, kennt jemand noch die Geschichte von dem Wolf, dem Kaninchen und dem Kohlkopf? Die müssen alle sicher in einem Boot ans andere Ufer transportiert werden, ohne das einer den anderen frisst. In das Boot passt aber immer nur einer rein. Also kommt erst das Kaninchen ins Boot, weil, der Wolf kann mit dem Kohlkopf allein bleiben. Wölfe fressen keinen Kohl ! Wie praktisch ! Ist das Kaninchen sicher am anderen Ufer, rudert man zurück und holt den Kohlkopf. Während der Kohlkopf am anderen Ufer abgeladen wird, kommt das Kaninchen wieder mit ins Boot, denn: Kaninchen und Kohl gemeinsam, das geht nicht gut. Mit dem Kaninchen, das nun den Kohl nicht fressen kann, weil es im Boot ist, rudert man zurück ans Ausgangsufer. Da wartet schon der Wolf. Wölfe fressen keinen Kohl, das wurde bereits erwähnt, aber Wölfe fressen Kaninchen. Also wird das Kaninchen ausgeladen, der Wolf kommt ins Boot und wird ans Zielufer verfrachtet, wo der Kohlkopf ist, den der Wolf nicht frisst. Nun rudert man wieder zurück und holt das Kaninchen. Am Ende der Geschichte hat man Wolf, Kaninchen und Kohlkopf in friedlicher Eintracht und ungefressen am anderen Ufer.

So ging es mir heute. Ich hatte zwei dicke Buchsendungen zur Post zu bringen. Das ist normalerweise nicht kompliziert. Ich habe aber das Wohnzimmer komplett voll mit Kartons in allen Formen, Farben und Grössen, in denen sich Dinge für den ebay store meines Bosses befinden. Die kann ich auch nicht so einfach in ein anderes Zimmer stellen, weil da noch mehr ebay store Artikel sind.

Biene, unser Findelkind, liebt Kartons. Die kann man so wunderbar sabbernd zernagen bis man lauter winzige, kleine, zerlutschte Teile hat, die dann kreativ in der Wohnung verteilt werden. Das macht sie aber nur, wenn niemand daheim ist. Dafür gibt es auch einen Namen: separation anxiety disorder. Hat man viel bei Hunden, die misshandelt wurden, ausgesetzt etc. Und das trifft auf unsere Biene zu. Sie wurde verletzt, dreckig und verstört auf der Strasse gefunden, ins Tierheim gebracht und von dort in unsere Familie adoptiert. Hier ist sie nun seit drei Monaten und lernt langsam, aber ganz langsam, das die Welt auch sicher sein kann, mit Streicheleinheiten und Leckerlis. Aber zurück zum Thema: wie bringe ich Wolf, Kaninchen und Kohlkopf ans andere Ufer oder in meinem Fall die Briefe zur Post, ohne das Haus zu verlassen?! Bei uns gibt es einen Super Service der Post, wo man einen Abholtermin mit dem Postboten vereinbaren kann, der dann alles, Brief- und auch Paketsendungen abholt, ohne Kosten, und das bei der Post abliefert. Den Service muss man aber einen Tag zuvor beantragen. Und das habe ich nicht gemacht. Da ich viel zu tun habe, kann ich auch nicht am Fenster lauern, bis der Postbote kommt. Da fiel mir das ein:

Und es hat geklappt. Alle sind heil am anderen Ufer. Die Kisten sind unzerstört, Biene ist ein glücklicher Hund (weil sie nicht allein bleiben muss) und ich werde jetzt wieder an meine Arbeit zurück kehren.

Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Anne
    Jun 07, 2010 @ 16:44:40

    Hallo Jana,

    seit ich diesen Link von dir bekommen habe, schaue ich jeden Tag nach und lese, was du so machst.

    Der Beitrag heute, gefällt mir besonders gut. Eine witzige Idee und toll, dass sie funktioniert hat.

    Ich freue mich schon auf den Eintrag morgen.

    Lieben Gruss Anne

    Antworten

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